Hallo liebe Leute,
ich schreib Euch, weil ich gerade echt nicht weiß, was ich tuen soll und auch nicht wie ich mich verhalten soll.
Ich kann recht schlecht mit jemandem darüber reden, weil der Ist- Zustand sich teilweise so schnell ändert, daß es schwer ist mitzu kommen.
Vielleicht hilft es wenn es für alle schriftlich festgehalten ist.
Ich erzähl Euch einfach die Geschichte und mal sehen, ob mich jemand versteht...es ist eine traurige Geschichte...
Vor 3 Jahren habe ich einen Mann durch meine Arbeit kennengelernt(ich arbeite in der Gesundheitsbranche).
Es ging ihm damals sehr schlecht, er hatte einen schweren Unfall gehabt, der sein gesamtes Leben auf den Kopf stellte. Wir haben täglich mehrere Stunden mit einander verbracht, viel geredet...viel geweint...viel gelacht..kurz um es war auf beiden Seiten mehr als Sympathie da...
Aber es schien irgendwie alles der falsche Zeitpunkt zu sein, ich war in einer Beziehung aus der ich mich gerade zu lösen versuchte und er völlig aus dem Lot. Er ging in eine Spezialklinik um sich nochmals operieren zu lassen und wollte danach wieder zu mir kommen...ich hatte mir vorgenommen in dieser Zeit mein Leben zu regeln...und ja ich wollte meinen Freund verlassen und ihm gestehen, daß ich verliebt war, wenn er wieder da war.
Aus meiner Sicht passierte nun folgendes: er kam nie wieder...was war passiert...er hatte mir einen Brief in die Praxis geschickt zu meinen Händen, diesen hat mein Chef einkassiert und ich ihn somit nie bekommen, für mich sah es so aus, als hätte er kein Interesse und für ihn andersrum genauso...als ich später kündigte bekam ich den Brief mit meinem Zeugnis zugeschickt...sich jetzt noch melden...fand ich irgendwie merkwürdig...also habe ich es gelassen.
Vor ein paar Wochen sind wir uns dann völlig zu fällig wieder über den Weg gelaufen...tauschten Kontaktdaten aus und los ging es...tägliche SMS, Anrufe, Mails und so weiter, dann das erste Treffen nach der langen Zeit, war von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur schön, es folgte ein zweites, diesmal deutlich persönlicheres, wir fuhren ans Meer, sahen uns den Sonnenuntergang an, dann die Sterne...es war einfach nur perfekt...er hat auch darüber gesprochen, wie froh er ist mich wiederentdeckt zu haben und wir waren beide (wieder)verliebt.
Am nächsten Abend gab es eine Party, zu der ich nicht mitkonnte, er rief mich von der Party aus an und wir verabredeten uns für den nächsten Abend, er fand es Schade, daß ich nicht dabei war und sagte er vermisse mich dort und wäre lieber bei mir....
Am nächsten Tag sagte er ab, verschob aber auf den nächsten Tag, wollte die Zeit nutzen sich was Schönes auszudenken....
Am nächsten Tag sagte er wieder ab und ich fragte nach: er sei froh mich wieder zu haben, aber er habe sich in seiner momentanen Situation(gerade getrennt>wußte ich nicht und beruflich alles in der Schwebe) nicht verlieben wollen...wir seien wie beim letzten Mal die richtigen Menschen, am richtigen Ort zur gaaaanz falschen Zeit.
Schöne Sche***, ich fühlte mich vom Leben veräppelt, war unheimlich traurig und habe ihn gefragt, was er denn wolle...sporadischen Kontakt oder gar keinen...er sagte er wolle den Kontakt auf keinen Fall abbrechen, aber er bräuchte jetzt auch erstmal mehr Zeit für sich...
Ich tat mich schwer das zu akzeptieren, tat es aber letzlich doch und sagte ihm, es sei o.k. wenn er erstmal seine Gefühle und sein Leben ordnen wolle...ich sei ja nicht aus der Welt und wäre auch nicht böse...nur traurig über die ganze Geschichte.
Hatte mich wirklich damit arangiert Wochen vielleicht Monate nichts zu hören. Nur einen Tag später SMS: hast Du den Mut Dich doch diese Woche wieder mit mir treffen? Ich fragte ihn was das denn jetzt soll und bekam zur Antwort er hielte es immernoch für richtig in seiner Situation keine Beziehung zu suchen, und er wüßte auch nicht, ob es richtig sei, aber er hätte halt wirklich das Bedürfnis mich zu sehen.
Und nun sitze ich hier, ich weiß nicht, ob ich mich auf ein Treffen einlassen soll...Auf der einen Seite ist die Hoffnung da, daß er seinen Gefühlen nachgibt und sich trotz der Situation für mich entscheidet, auf der anderen ist die Angst natürlich groß, daß ich mich noch mehr verliebe und er klar bei seiner Aussage bleibt.
Ihn einfach ziehen lassen fällt mir aufgrund der ganzen Vorgeschichte(deshalb ist dies auch alles so lang) ganz extrem schwer, sonst könnte man ja sagen..."Ach Gott, bißchen viel Geschiß um eigentlich nichts" ist auch schwer zu beschreiben wie wichtig mir der ganze Mensch ist und was er mir die letzten Wochen, durch bloße Anwesenheit gegeben hat...
Vielleicht versteht es ja irgendjemand und kann einfach seine Meinung dazu kundtun, wenn es überhaupt jemand geschafft hat den Text zu Ende zu lesen
Ich wünsche Euch einen schönen Abend!