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Hoffine

unregistriert

1

Dienstag, 27. September 2011, 12:33

Einen Weg aus dem Nichts!

Ich mache das jetzt in Kurzform, da die Probleme wirklich mächtig sind.

Ich war 20 Jahre verheiratet, aber ab den 15. Jahr schon immer wieder sehr unglücklich. Mann erfolgreich mit Firma, selten zu Hause , ich mit drei Kindern oftmals überlastet. Nach 17 Ehejahren war ich mit meinen drei Kindern alleine im Urlaub und habe das erste Mal gemerkt, dass mich ein anderer Mann anspricht. Es war gar nichts, aber ich merkte es stimmt etwas nicht. Zu Hause hattte ich solch Erlebnisse noch mit zwei anderen Männern. Dann meldete ich mich in einem Schulportal an, bei welchem ich einen früheren Freund wieder fand und wir schrieben und schrieben und verabredeten uns zu einem gemeinsamen Essen. Ich wehrte mich vehemennt gegen meine Gefühle, aber ich hatte mich total verliebt. Er, auch 20 Jahre verheiratet, 3 Kinder und war nach der Trennung seiner Frau und einer weite´ren Freundin auch Feuer und Flamme. Nach 2 Monaten ging es nicht mehr und ich sagte meinem Mann , dass ich die Trennung wollte. Von einem Mann sagte ich noch nichts, da es ja auch um Geld ging. So, was ich nicht wusste, war, dass mein Mann alle Mails meines PCs abfing. Darauf waren sehr intime Schriftstücke zwischen mir und meinem Freund. Aus Bosheit und Verletzung ließ er diese raus und zeigte sie unseren damals 13jährigen Sohn und meinem Vater. Mit 40 wurde ich von meinem Vater aufs übelste beschimpft und mein Sohn ging seither auf mich los. Mein Sohn, ein Problemkind, rutschte immer mehr ab, wurde fast handgreiflich, griff vermehrt zu Drogen, flog von Schule zu Schule, bis er gar nicht mehr ging.Meine damals sogenannten besten Freundinnen standen am Tag der Trennung bei meinem Mann auf der Matte und fielen mir in den Rücken. Erzählten von anderen Affären, welche wirklich nicht stimmten. Es war der Horror! Ein Jahr litt ich wie ein Hund, denn ich liebte meinen Freund. Er war sehr lieb zu mir und hat meine Seele berührt. Nach einem Jahr zog mein Mann aus. Ich konnte meine Liebe fast nie sehen. Ich stieg nachts aus, damit ich tagsüber bei den Kindern war. Mein Mann nahm die Kinder nie und somit ging ich abends zu meiner Liebe, ansonsten war ich bei den Kíndern. Die Kinder waren 13,11 und 10. Die kleinen kannten meinen Freund und liebten ihn und litten sehr darunter, dass mein Sohn mich so fertig machte. Er drohte meinen Freund zu erstechen, und ging wirklich gegen mich vor. So ging das ein halbes Jahr, bis ich einen Schlaganfall bekam, den ich aber gut überstand, da mein Freund mich sehr schnell in die Klinik brachte. 8 Wochen später hatte ich noch eine Gebärmutterentfernung, da der Schlaganfall hormonell mitbedingt war. Mein Körper konnte schon damals nicht mehr, aber es wurde immer schlimmer. Den Kinder zuliebe, versuchte ich immer am Wochenende eine Zusammenkunft mit Papa zu organisieren und duldete, dass er mich nun schon seit 2 Jahren finanziell auf Null hielt. Ich muss dazu erwähnen, dass es sich bei uns nicht um ärmliche Verhältnisse handelt. So, meine Psyche war am Ende, so suchte ich mir aber einen 400 Euro Job und machte ständig Überstunden. Der jüngste Sohn fiel in der Schule immer weiter ab und der große Sohn wurde immer schlimmer. Ich sehnte mich immer nach meinem Freund, aber ich konnte mich immer weniger zerreißen. Ich habe diese Situation noch 4 Monate mitgemacht und dann konnte ich nicht mehr. Mein Sohn ging so gegen mich vor und mein Mann hielt mich so kurz, dass ich den Weg zurück suchte, da ich nicht mehr wusste, wie ich leben sollte. Mein Freund konnte mir finanziell nicht helfen, da er selbst 3 Kinder und Frau hatte. Scheidung kam wegen der Firma nicht in Frage, denn davon lebten wir ja alle. Ich starb fast und versuchte aber den Weg zurück zu gehen. Mein Mann fand das gut und wir näherten uns an. Ich vermisste meinen Freund so sehr, dass ich ihn schon wieder nach 4 Wochen schrieb, dass ich ohne ihn nicht leben kann und ich ihn doch so sehr liebe und er schrieb zurück , dass er mich auch noch so sehr liebt. Ich hatte noch eine Freundin, die Mutter der Freundin meiner Tochter, die jedes Wochenende, seit Jahren bei uns ist , der ich mich natürlich anvertraute. Pfingsten fuhren wir dann noch gemeinsam mit den Kindern in die Toskana und ich sagte ihr, dass es ein Gespräch mit meinem Mann geben muss, da ich meinen Freund über Alles liebe und dann muss es eben eine Scheidung geben. Dann gab es einige Wochen, wo mein Freund beruflich auswärts war, aber wir schrieben. Wir schrieben und merkten , wie sehr wir uns lieben. Dann kamen die Sommerferien, in denen ich mit meinen Kindern eine Seereise geschenkt bekam und ich traf mich zuvor noch mit meiner Freundin. Ich sgte ihr, dass ich heute mit meinem Mann sprechen werde und dann diese 10 Tage verreise und ich mich bedingungslos für meinen Freund entschieden habe. Ich smste mit meinem Freund und plötzlich war alles anders. Er war kühl, mit Abstand und ich wunderte mich. Ich schrieb ihn nun schon seit Wochen jeden Tag und schrieb ihn auch aus dem Urlaub immer. Jeden Tag! Ich sprach mit meinem Mann und sagte ihm, dass es sich einfach nicht gut anfühlt und wir doch bitte gemeinsam die Kinder großbekommen sollen und sehr überraschend willigte er ein. Dann wollte ich mich mit meinem Freund treffen und erlebte den Schock. Er könne ein großer Bruder sein! Ich verstand die Welt nicht mehr, wollte ihn sehen und smste meiner Freundin. Von ihr keine Antwort. Ich traff mich mit ihm und er war sehr distanziert, und erzählte mir, dass er diese schrecklichen Verhältnisse nicht mehr wolle und er sich schon mit Bekannten getroffen hätte. Ich wollte sofort heim. Das war der Tag meines Zusammenbruches, denn es stellte sich heraus, dass meine einzige Verbündete, sich mit meinem Freund zum Segeln verabredete, er sich verliebte und sie nun abchecken wollte, wie ich es aufnehme. Ich brach zusammen, mein ältester Sohn lachte mich aus, beschimpfte mich unter die Gürtellinie und ich schrieb 1200000 gefühlte Mails an meinen Freund und 5 Smsen an meine Freundin. Ich wollte anrufen, aber sie drückten mich beide fort. Ich brach wirklich zusammen. Wieder verraten von Freundinnen und der Mann , den ich über Alles liebte. Die Frau, deren Kind sie selbst seit der Trennung vom Papa ablehnt, die ich immer unterstützt hatte. Das mit meinem Sohn habe ich den Jugendamt sowieso schon lange gemeldet und ich war beim Arzt und bekomme jetzt erst mal sanfte Antidepressiva und Schlafmittel. Ich kann aber trotzdem nicht schlafen, denn der Gedanke, dass meine Freundin, die alles von mir wusste und meine große Liebe miteinander....packe ich nicht. Ich habe nun am Donnerstag einen Termin bei einer Ärztin, die auch Therapeutin ist , denn ich weiß nicht mehr , ob ich das alles schaffe. Mein kleinerer Sohn hatte das Klassenziel natürlich nicht erreicht und meine Tochter ist mittlerer Weile 9.Klasse Gymnasium und braucht auch meine Aufmerksamkeit. Die Mädchen , die wie Schwestern sind und ich haben Probleme wie wir nun miteinander umgehen sollen, denn es ist ja ihre Mutter, die mir so in den Rücken gefallen ist, obwohl sie wusste, wie ich fühle.

Ich weiß, sehr lange, aber eigentlich noch nicht alles, aber hat irgendjemand Ähnliches durch?

L.G. Anja

2

Dienstag, 27. September 2011, 13:12

Hallo Anja,

du hast sehr Übels erlebt,du hast mein vollstes Mitgefühl. Du fühlst dich von allen verraten,jemanden so zu hintergehen ist allerunterste Schublade.
Gegen deine Geschichte ist meine fast harmlos. Ich bewundere dich,dass noch soviel Kraft besitzt. Du holst dir Hilfe in einer Therapie,das finde ich sehr wichtig. Ich glaube,ohne Therapie schaffe ich es auch nicht,leider auch schon seit der Trennung 5 Wochen mit ganz seltenen Lichtblicken wie ein Hund (wenn du magst,kannst du meine Geschichte nachlesen: Bin völlig verzweifelt,brauche Hilfe .....).

Ich würde dir so gerne helfen,weiss nur nicht wie.Aber hier im Forum sind sehr viele liebe Menschen,die auch mir geholfen haben.Du kannst ruhig alles hier reinschreiben,mir hat es geholfen.

Auch wenn dein Kummer im Augenblick sehr groß ist,du bist nicht alleine.

Was sagt denn das Jugendamt zur Situation mit deinem Sohn,da muss es doch eine Lösung geben.

Wünsche dir sehr viel Kraft,plane kleine Schritte,denk mal das erste ist erstmal die Therapie.

Liebe Grüße
Lisa

3

Dienstag, 27. September 2011, 15:26

Hallo Anja,

eine wirklich schlimme Geschichte. Ich habe einmal etwas Ähnliches durch gemacht, allerdings war das in einer Zeit vor meinen Kindern. Das ist ein so unglaublich tiefer Vertrauensbruch, es bracht viel Zeit es zu verarbeiten. Bei Dir steckt ja noch so viel hinter dran.

Wie ist denn nun die Situation mit Deinem Mann, wohnt Ihr wieder zusammen? Und wo sind die Kinder? Bei Dir? Und läuft die Scheidung schon?

Was Deine zwei miesen Mitmenschen betrifft, kann ich Dir nur raten, ihnen aus dem Weg zu gehen. Deine Tochter ist ja auch schon älter, so dass die Freundin alleine kommen kann, oder? Die armen Mädels können ja nichts dafür... Haben sie denn verstanden, was passiert ist???

Ich kenne es gut, wenn das Leben einen so beutelt, dass einem die Kraft für alles fehlt. Dir Hilfe zu holen war genau das Richtige. Ich habe es auch getan und es hat mir geholfen!

Aber vergiss bei allem nicht, dass Du Kinder hast, die Dich dringend brauchen. In den dunkelsten Momenten waren es die Gedanken und Gefühle für meine Kinder, die mich haben wieder etwas Kraft schöpfen lassen! Da wurde mir klar, dass ich mich ja kaputt machen kann, aber die Kinder brauchen mich, jetzt mehr denn je und das ist meine wirklich Aufgabe im Leben, jedenfalls solange sie nicht aus dem Haus sind...
Das hat mir immer wieder Kraft gegeben. Der Mann, die Enttäuschung, ich, alles andere kommen erst sekundär...

Kannst Du ein bisschen so denken??

Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft und ein paar gute Gedanken. Versuche vielleicht im Moment nicht all zu viel an die Zwei zu denken, noch nicht. Erst musst Du zu Kräften kommen!

Ich denk ganz fest an Dich !!!

Gruß,

Audrey

Engelchen;-)

unregistriert

4

Dienstag, 27. September 2011, 16:43

Hallo Anja,

Du hast 5 Jahre unglücklich gelebt und die Beziehung nicht sofort beendet, hast es versucht, es hat sich nichts geändert, dann bist Du gegangen. Ich würde sagen, dass das mit Sicherheit ganz viele Menschen schon so erlebt haben, denn schließlich wendet man sich nicht sofort ab, sondern gibt der Beziehung eine Chance.Wenn ich aber merke, dass ich immer weniger von meinem eigenen Leben lebe und immer mehr das Leben des anderen leben muss, damit die Beziehung aufrecht erhalten wird und ich weiß, würde ich das nicht mehr mitmachen, die Beziehung dann über kurz oder lang in die Brüche ginge, ich jetzt aber trotzdem weiter etwas aushalte, von dem ich weiß, dass ich damit nur schwer, oder gar nicht leben kann, dann halte ich an der Beziehung fest und gebe mich langsam selbst auf.

Das geschieht nicht über Nacht, das ist ein Prozess, der meist schleichend abläuft und man, wie so oft im Leben, erst hinterher schlauer ist.

Du fragst, ob das jemand schon mal erlebt hat. Sind das tatsächlich die Fragen mit denen Du Dich auseinandersetzen solltest? Macht das Sinn? Was hast Du davon, wenn Du eine Beziehung, die vorbei ist, nun einstufen kannst? Dich weniger doof fühlen? Wenn man nun etwas aushält, was nicht asuzuhalten ist...was bei einigen Menschen ja so weit geht, dass sie ihr komplettes Leben aufgeben, sich sogar jahrelang schlagen und demütigen lassen und immer noch nicht gehen, obwohl sie bereits dabei sind, ihr Leben zu riskieren, dann dürfte dies so ziemlich das bittere Ende eines langen Prozesses sein, aus dem man aber rechtzeitig aussteigen kann....jeder setzt da für sich andere Maßstäbe, bzw. Grenzen des Erträglichen.

Dir scheint, wenn ich es richtig verstanden habe, bewusst geworden zu sein, dass Du etwas, das Dir gegen etwas gegen den Strich ging zu lange mitgemacht hast und etwas glauben wolltest, was doch nicht eintraf.

Vielleicht kämst Du weiter, wenn Du da ansetzt. Diese Erfahrung über Dich selbst nimmst und sie Dir heute anschaust, warum Du die Grenzen weiter gesteckt hast, als es Dir rückblickend lieb war.

Dann wirst Du vielleicht beim nächsten Mal schon früher eine Grenze ziehen. Zwar traurig sein, wenn Du dann eine Beziehung noch einmal beenden müsstest, doch auch froh darum, dass Deine Grenzen auch nicht mehr so weit gesteckt sind, dass Du früher darauf achtest, was Dir gut tut, und was nicht.

Etwas ist mir bei Deiner Geschichte noch aufgefallen... Es sind immer die anderen. Immer. Und das funktioniert so nicht und das nehme ich Dir auch nicht so ab. So kannst Du auch nicht durchs Leben laufen. Wenn Dein Mann erfolgreich war, hast Du mit Sicherheit auch ein dementsprechendes Leben mit Deinen Kindern führen können. Und das konntest Du nur, weil er so viel gearbeitet hat. Und die Annehmlichkeiten, die hast Du doch auch angenommen, oder nicht.. Bleib bei Dir... das wird Dir helfen.

Alles Gute.

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