Sie sind nicht angemeldet.


1

Sonntag, 18. September 2011, 08:45

Vor zwei Tagen getrennt

Hallo liebe Mitleidensgenossen,

mein Freund und ich haben uns vor zwei Tagen getrennt und ich versuche jetzt mit der Situation umgehen zu können. Es fällt mir unheimlich schwer, da er die Liebe meines Lebens ist oder war.
Wir hatten beide ein ruhiges Gespräch gehabt und hatten beide die Meinung gehabt, dass es besser wäre, wenn es vorbei ist. In den letzten Wochen haben wir uns immer weiter voneinander entfernt und ich habe auch nicht mehr das Gefühl, dass es gut gewesen wäre, wenn wir weiter gekämpft hätten. Aber leider haben Kopf und Herz andere Meinungen.

Es fällt mir sehr schwer, denn so einen Schmerz habe ich noch nie in meinem Leben gespührt. Immer wieder staut sich das herzbrechende Gefühl an und dann habe ich das Gefühl, dass ich implodiere und ich verfalle in einen Heulkrampf den ich nicht mehr kontrollieren kann.
Meine Familie und Freunde stehen alle hinter mir und das gibt mir auch immer wieder Kraft die Sache durchzustehen.

Ich wollte euch auch noch fragen was ihr gegen den Schmerz unternehmt?
Ich habe mir vorgenommen noch mehr Sport zu machen als sonst, damit ich meinen Körper spüre und nicht mehr den schrecklichen Herzschmerz.

Es ist sicherlich alles eine Zeitfrage, aber diese Zeit möchte ich gerne meistern und irgendwann wieder glücklich sein.

2

Sonntag, 18. September 2011, 10:57

Hallo,

ich wünsche Dir ganz viel Kraft um die kommende Zeit zu überstehen.

Meine Tipps sind: viel Arbeit und Sport, aber dafür wenig Alkohol.

Grüße
ersolonely

3

Sonntag, 18. September 2011, 23:12

Liebe wusch3lhair,

ich kann dein Gefühl 100% nachvollziehen, da es mir ganz genauso geht. Mein Kopf hat verstanden, dass die Trennung richtig ist, aber mein Herz lässt mich immer wieder in rabenschwarze, tiefe Löcher fallen.

Mir persönlich hilft es, mich zu beschäftigen. Ich versuche mir immer möglichst viel vorzunehmen und möglichst jede Minute eines jeden Tages zu verplanen.

Das Problem ist nur leider, dass irgendwann der Tag kommt, an dem nicht jede Minute verplant ist (bei mir meist am Wochenende) und dann breche ich gern mal zusammen. Ich habe aber gelernt, dass man darum einfach nicht herum kommt. Man muss den Schmerz durchleben und sich mit der Situation auseinandersetzen. Mann kann es leider nicht "aussetzen" man kann es lediglich "hinauszögern".

Ich kann dir aber versprechen, dass die Heulkrämpfe weniger werden. Sie werden auch an Überwältigungskraft verlieren. Dennoch sind sie ein wichtiger Teil deines Heilungsprozesses.

Kopf hoch! Den der Satz "die Zeit heilt alle Wunden" stimmt!
New day - lots of new opportunities!

4

Montag, 19. September 2011, 22:15

Ich danke euch.

Ja, also inzwischen sind jetzt 3 Tage vergangen, wo ich mit dem Schmerz lebe. Aber vor ca einer Woche fing das ja alles an und so bin ich damit schon eine Woche unterwegs und der Schmerz flammt immer mal wieder auf.
Heute war aber der erste Tag an dem es mir besser ging. Ich habe etwas mehr gegessen und versuche mich auch intensiv abzulenken.
Am schlimmsten ist es aber, wenn ich im Auto sitze und etwas traurige Musik höre, dann kommt das Gefühl auch wieder in mir hoch.

Bei mir waren es zwar keine neun Jahre, wie bei dir @ allein, aber immerhin 2,7 Jahre. Es ist die längste Beziehung die ich je hatte (von insgesamt 2 Stück) und dadurch auch die härteste. Sie war intensiv und anders als alles andere was ich je an Beziehungen hatte und nun ist sie vorbei.
Für mich kann ich das noch nicht realisieren und es scheint alles so sereal zu sein. Dennoch weiss ich das es so ist.

Heute habe ich aber auf jedenfall richtig gehandelt und war ausgiebig laufen und auch wenn man in einer depressiven Phase steckt, der Körper schüttet auch unwillkürlich Glückshormone aus. Die will ich nutzen, denn das ist besser als Schokolade oder sonstiger Süsskram.

Ich kann dich verstehen, dass man am WE darüber nachdenken muss, denn dann hat man auch die Zeit dafür.
Meine Familie und Freunde werden mich bestimmt gut ablenken, aber das Nachdenken bleibt nicht aus und es ist ja auch Heilung, wenn man sich darüber Gedanken macht.

5

Montag, 26. September 2011, 02:07

Hey du,

ich kann dich so gut nachvollziehen, wenn ich deinen Beitrag lese, könnte das ich sein, die da schreibt.

Zitat

Aber leider haben Kopf und Herz andere Meinungen.

Du sprichst mir aus der Seele.

Es tut gut zu wissen, dass man mit dem Schmerz nicht allein ist (auch wenn ich ihn niemandem wünsche) und sich gegenseitig Mut machen kann. Wie heißt es doch so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid...

Ich glaube du bist auf einem guten Weg... klar ist das nicht immer einfach, aber es wird besser werden (zumindest hoffe ich das für dich und mich).
Ich denke es ist wichtig, nicht einfach in Selbstmitleid zu versinken, sondern sich abzulenken, was unternehmen, dabei aber nicht den Schmerz zu verdrängen. Deswegen denke ich, du bist genau auf dem richtigen Weg.

Ich wünsch dir alles Gute und ganz viel Kraft, um diese schwere Zeit zu überstehen. Wie hat mal jemand zu mir gesagt: Es gibt Höhen und Tiefen im Leben. Doch ohne die Tiefen, würden wir die Höhen nicht erkennen. (Du siehst schon, ich mag Sprüche...)

Alles Liebe und eine dicke Umarmung :freunde:
Nafee

6

Montag, 26. September 2011, 17:27

Das mit dem "irgendwann wieder glücklich sein" kenn ich. Nie ist eine Situation so aussichtslos wie nach dem Abschied von einem Menschen. Man steht quasi unter Entzug. Zunächst hilft erst mal gar nix, da kannst du machen, was du willst. Aber nach ein oder zwei Monaten würde ich mir Medikamente besorgen, weil sonst der Alltag gewaltig leidet. hab mal im aktuten Moment den Satz gelesen "Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu holen. Es gibt Menschen, die dafür da sind". Da kullerten bei mir so richtig die Tränen.

Immer gut ist, wenn man sich Artikel durchliest, die beschreiben, dass sich Liebeskummer anfühlt wie schlimme Schmerzen (Verbrennung). Die machen dann das emotional erlebte etwas konkreter und es ist nicht so ein diffuses Unwohlsein, das man hat, wenn man jemanden vermisst. Da spielt das Gehirn eine Rolle. Im CT zeigen Gehirn-Aufnahmen von frisch getrennten Frauen Areale, die komplett dunkel sind (bei Männern sind die wohl etwas kleiner, die dunklen Areale ... sie leiden anders). Das fand ich echt gruselig aber auch hilfreich, weil man dann mal schwarz auf weiß nachweisen kann, dass man leidet und das es nicht nur eine Einbildung ist.

Am hilfreichsten ist, was auch am schwierigsten ist: man müsste die Stadt wechseln und eine richtig große Distanz hinter sich bringen. Oder ein neues Hobby anfangen, wo man ad hoc einen größeren neuen sozialen Bezugskreis findet. Aber dafür fehlt wahrscheinlich die Kraft. Sport kam bei mir daher nie in Frage.

ich würde mir beim nächsten mal sicher Psychopharmaka verschreiben lassen, bevor ich wieder ein paar Monate als Kettenraucher und Dauerdeprimierter verbringe. Manche finden dann trotz Aufmunterung durch Freunde nicht mehr raus "Es hat sich in diesen Studien zur Trauer gezeigt, dass sich daraus eine Depression entwickeln kann, wenn der Zustand mehrere Monate anhält",-- dort werden auch Ergebnisse von dem CT-Experiment veröffentlicht.

Rede dir einfach ein, dass du unter dem Broken-Heart-Syndrom leidest, eine medizinisch defnierte Krankheit fühlt sich besser an als so n abgelutschtes Wort wie Liebeskummer, für den man irgendwann auch noch belächelt wird ("nun is aber auch mal gut" oder " es ändert doch eh nix, wenn du dir jetz so ne Gedanken machst" >> Sprüche zum Wegstecken!). Es gibt übrigens auch in 8 deutschen Städten eine Liebeskummer-Praxis (siehe Artikel).

Hier wurden die Links vom Moderator gelöscht (SPAM)

Thema bewerten
Bookmark and Share