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Dienstag, 17. Mai 2011, 19:54

Wahnsinn oder doch nicht?

Hallo an alle,

ich bin hier gelandet, weil ich bald das Gefühl habe verrückt zu werden. Ich habe soviel falsch gemacht, und dabei immer nur versucht es richtig zu machen. Ich bin bzw. muss ja schreiben war seit 1999 mit meinem Mann zusammen, seit 2002 verheiratet und seit Mai 2010 getrennt und sogar in Scheidung lebend. Wir haben zwei tolle aber sehr anstrengende Jungs von fünf und acht Jahren. Wir hatten fast seit Beginn unserer Beziehung Geldsorgen und Probleme mit den Eltern beiderseits, die aber nicht wegen unserer Beziehung waren. Seine Eltern haben sich permanent eingemischt und eingefordert, seine Mutter konnte sich einfach nicht von ihm trennen, obwohl er damals schon 24 Jahre alt war. Ich war seine erste längere Freundin und wegen mir ist er auch ausgezogen (direkt mal 300km entfernt). Wir hatten oft Streit wegen seinen Eltern. Leider auch wegen dem Geld. Eigentlich habe ich es ihm vorgeworfen. Wir waren beide bei der Bundeswehr, er hatte sogar auf acht Jahre verlängert. Nach vier Jahren gab er alles auf um selbstständiger Versicherungsberater zu werden. Da waren wir ein Jahr zusammen, und ich kam überhaupt nicht damit klar, dass er plötzlich überhaupt keine Zeit mehr für uns hatte, er arbeitete rund um die Uhr und das sieben Tage die Woche. Leider nutzten sie ihn nur aus und er war total geblendet, nur Geld kam keins rein. Ja, es war der AWD. Als ich noch arbeitete war das kein Problem, nur als ich schwanger wurde, wurde es eins. Wir konnten keine Miete mehr zahlen usw. Es stand immer kurz vor DEM großen Geschäft. Das Ende war, das wir bei seinen Eltern ins Dachgeschoß einziehen mussten. Ich habe direkt nach der Schwangerschaft immer irgendetwas gearbeitet. Ob bei seiner Mutter mit im Geschäft, gekellnert, geputzt oder beim BRK. Oft war das gerade die Rettung, oft musste ich auch meine Schwiegereltern um Geld bitten, damit ich Essen einkaufen konnte. Ich habe meinen Mann so oft und immer gegen seine Mutter verteidigt. Ich habe so oft versucht meinen Mann zu helfen, zu unterstützen und ihm Mut zu machen. Er wechselte oft die Firma, aber immer wenn es nach einem halben Jahr auf Provision ging, kam kein Geld mehr rein. Ich habe es selbst nie verstanden. Ich kapierte nicht, wo sein Problem lag und warum er trotzdem diesen Job machen wollte. Er hat eigentlich Krankengymnast gelernt. Aber er war total stoisch und hat lieber total gemauert. Ich kam nicht an ihn ran. Er machte nebenbei eine Weiterbildung zum Finanzwirt, ging dann aber einfach nicht zu Prüfung! Er dachte, er schafft es nicht. Und wir hatten soviel Geld dafür bezahlt. Es wäre doch egal gewesen, wenn er nicht bestanden hätte, man kann doch öfter zur Prüfung. Keine Chance. Eigentlich hat sich das so durch unsere Beziehung gezogen, wir mussten mehrmals umziehen, weil wir dann mal wieder kein Geld für die Miete hatten, wollten aber nicht bei den Eltern bleiben. Das hat uns beide fertig gemacht. Ich hätte meinem Mann so gerne geholfen, aber ich kam nicht durch.
Seine letzte Arbeit war dann der Durchbruch und er ist jetzt seit fast drei Jahren dort. Ich freue mich sehr für ihn! Endlich kann er zeigen was er drauf hat und bekommt sehr viel positives Feedback und steigt die Karriereleiter permanent auf. Ich freue mich wirklich sehr! Er hat es so verdient!
Was vor einem Jahr passierte, weiß ich eigentlich nicht mehr richtig. Ich weiß, dass ich nicht mehr im gleichen Zimmer mit ihm schlafen wollte. Aber ich weiß nicht mehr warum. Wir haben ständig gestritten, und ich weiß nicht mehr warum. Ich fühlte mich so einsam. Wir hatten immer noch Geldsorgen, von alten Belastungen. Eines unserer Kinder ist krank und es ist sehr anstrengend. Mein Mann war immer öfter gereizt, er schrie und ging auch mit den Kinder sehr mies um. Er spielte nur noch WoW und mauerte total. Wir freuten uns total, wenn er heimkam, aber schon nach kurzer Zeit, wären wir froh gewesen, wenn er wieder weggegangen wäre. Es gab keine Nähe mehr zwischen uns, und jedes Gespräch endete im Streit. Wir unternahmen auch nichts mehr gemeinsam. Nur noch Computer, schlafen Arbeit. Eigentlich fing das Ganze schon fast ein Jahr vor unserer Trennung an. Es lief vorher auch nicht besonders, es wurde halt noch schlechter. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich hatte das Gefühl, alles mögliche probiert zu haben, damit es besser wird. Ich habe mir die absurdesten Gedanken gemacht, woran es liegen könnte. Ich versuchte besser im Haushalt zu sein, besser im Bett zu werden, besser auszusehen, liebevoller zu sein, gleichzeitig habe ich ihn angeschrien, weil ich zu ihm durchkommen wollte, habe ihn beleidigt, ihm Mut gemacht, versucht verständnisvoll zu sein, und tausend Sachen mehr...
Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich habe ihm eine Therapie verschafft, damit er Tabletten gegen seine Aggressionen und offensichtlichen Depressionen bekommt. Den Kindern zu liebe. Er hat das gemacht, ist ruhiger geworden und hat sich noch mehr von mir abgewandt. Ich habe es nicht mehr ausgehalten, es tat so wahnsinnig weh. Irgendwann machte ich den Vorschlag, dass er ausziehen sollte. Er sagte nur: Ok... Ich konnte es nicht fassen und war entweder am Heulen oder ihn am anschreien. Ich kann es nicht verstehen, dass er ohne zu kämpfen uns verlässt. Einfach geht. Einfach seine Kinder verlässt. Ich habe soviel um ihn gekämpft und er geht einfach. Er hat mir nie gesagt, was ich falsch mache. Bis heute weiß ich nicht, was ich verkehrt gemacht habe. Aber mir hat die Ehe soviel bedeutet. In guten, wie in schlechten Zeiten. Aber er geht einfach. Ich habe zum selben Zeitpunkt einen anderen Mann kennengelernt. Er ist sehr schnell bei mir eingezogen. Irgendwie war sofort jeden Abend da. Er hält meine Hand den ganz Abend und manchmal reden wir stundenlang. Er unternimmt sehr viel mit den Kids und mir. Nach einem halben Jahr bin ich schwanger geworden und jetzt zur Zeit im sechsten Monat. Ich weiß nicht, wie er so schnell in mein Leben konnte. Ich glaube, ich habe mich selbst belogen. Er hat mich abgelenkt, und es ist so schön, wenn er meine Hand hält. Ich liebe ihn auch, obwohl er nicht ganz einfach ist. Manchmal ist es sehr schwierig, weil ich mich immer noch nicht ganz für ihn öffnen kann. Ich kann ihm nicht vertrauen. Und ich bin immer noch am trauern. Er ist oft unnahbar, ich bin süchtig nach Liebe und Selbstbestätigung. Er flirtet gerne und schaut nach anderen Frauen, ich bin total unsicher, und versuche alles richtig zu machen. Ich will ihm nicht irgendwelche Verbote sagen, ich will ihm seine Freiheiten lassen. Er weiß, dass es mir wehtut, meint aber er schaut wegen anderen Dingen zu Frauen, nicht wegen der Attraktivität. Trotzdem fällt ihm bei jeder Frau irgendetwas auf. Mitterlerweile mag ich nicht mehr mit ihm weggehen. Ich fühle mich wie ein Wal. Und überall sehe ich tolle Frauen. Boah, mein Selbstwertgefühlt ist echt im Minusbereicht. Das nervt mich selber an. Ich glaube, ich schlittere selber in eine Depri. Ich hänge noch total an meinem Mann, sehe ihn alle zwei Wochen wegen der Kinder. Ich liebe ihn immer noch. Ich finde ihn immer noch so toll. Ich vermisse ihn jeden Tag. Wie bin ich nur dareingeschlittert? Ich wünschte, ich hätte irgendetwas besser gemacht. Ach mist, gleichzeitig versuche ich auch mit meinem jetzigen Partner eine Zukunft aufzubauen. Er will mich heiraten, ich kriege Panik...

Sorry ist echt megalang, aber jetzt ist es endlich mal draussen...

Vielen Dank fürs lesen!!!

Eta

Teufelchen

unregistriert

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Mittwoch, 18. Mai 2011, 12:03

Hallo Etalora,

Herzlich Willkommen hier im Forum.

Du hast einen sehr schwierigen und Steinigen Weg gewählt und hast Dir selbst noch viele Steine im Weg gelegt.

Du hast mit Dir selbst viel zu kämpfen und hast sehr viele unzählige Baustellen in Dir.Und da liegt Dein Hauptproblem.Solange Du nicht mit der Vergangenheit abschließt wirst Du weder mit Dir selbst, noch in einer Beziehung glücklich.Da du aber so wahnsinnig viel aufzuarbeiten hast, kann ich Dir nur raten dies mit Psychologischer Hilfe zu tun.Denn allein wirst Du das nicht schaffen.

Dann Dein aktueller Freund und Dein Ex Mann.So wie ich das herauslese liebt Du Deinen freund überhaupt nicht.Du bist nur mit ihm zusammen, damit Du überhaupt einen Mann an Deiner Seite hast.Das ist falsch.Du nimmst euch beiden die Chance glücklich zu werden.Das ist nicht fair.Das hat Dein Freund nicht verdient.Dann Deine Kinder.Die merken doch auch, daß Du unglücklich bist und überträgst es so auf denen.Das nächste Kind ist im Anmarsch.Dein Leben ist momentan das reinste chaos.Von daher mußt Du Dir Hilfe suchen.Denke doch mal an dich selbst und vor allem an Deine Kinder!!!!

Liebe grüße

3

Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:31

Vielen Dank für Deine Antwort Teufelchen.

In manchen Dingen magst Du recht haben.

Wenn es sich so liest, dann muss ich es revidieren. Ich liebe meinen Freund sehr. Und auch meine Kinder. Ich glaube, ich habe einfach Angst vor der Zukunft, das ich die Beziehung nicht hinbekomme. Durch meinen Freund habe ich schon viele andere Sichtweisen bekommen und ich bin sehr glücklich, dass es ihn gibt. Nur ist diese Beziehung manchmal nicht so einfach, wohl eher für mich.

Ich kann nicht loslassen, ich habe Angst dann alles zu verlieren. Das ist mein absurdes Problem. Ich glaube aber nicht, dass das jemand versteht.

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