Sie sind nicht angemeldet.


1

Samstag, 27. November 2010, 10:24

Er drohte mit Selbstmord

Liebes Forum,

ich habe gestern den schwersten Schritt meines Lebens getan.
Mein Ex-Freund, bei dem ich auf Grund meiner Angststörung seit einigen Wochen wohnte, hat mich in den letzten Monaten unserer Beziehungeinmal wöchentlich auf die Straße gesetzt. Er sei überfordert, meinte er und er wüsste, dass er mich wie Dreck behandeln würde, aber er könnte nicht anders ... immer wenn ich aus der Tür sei, ginge es ihm gut, er sei fit und aktiv und alles wäre toll!
Man muss dazu sagen, dass wir unter sehr krassen Bedingungen zusammenkamen. Er hatte noch ein halbes Jahr innigen Kontakt zu seiner Exfreundin und der erzählt, er käme zu ihr zurück, bräuchte lediglich ne Auszeit. In Wahrheit war er mit mir zusammen und ich wusste genau wie sie von nichts!
Ich habe ihm dann, wie so oft, verziehen und über Monate all seine Demütigungen und Respektlosigkeiten ertragen. Auch wenn ich sagen muss, dass wir durchaus schöne Zeiten und Momente hatten, war ich alles in Allem oft traurig und auch meine Krankheitssymptome wurden durch das ständige Vor-die-Tür-setzen immer schlimmer.
Ich bin seit 1 1/2 Jahren, seitdem wir zusammen kamen, in psychologischer Betreuung und jedesmal wenn ich Fortschritte machte, fand er erneut Gründe mich zu demütigen.

Vor ein paar Tagen war es dann soweit. Er wollte wieder mal "aktiv und glücklich" sein. Ich sagte ihm, wenn er mich noch einmal rauswerfen würde, dann sei es für immer und er solle davon absehen, mir zu mailen, sms zu schreiben oder mich anzurufen. Denn das tut er jedesmal nach einem Tag, mit Versprechungen sich zu ändern, etc., was natürlich nie der Fall war.

Schon am Abend des Rausschmisses bekam ich wieder sms. Ich ignorierte ihn; bis gestern.
Habe mein Handy zur Aufbewahrung meinem Bruder gegeben, der mir mitteilte, dass ich nachts Anrufe und Mails bekam. Ich wurde neugierig und holte das Handy ab.
Darin stand eine sms mit dem Inhalt, dass er die Frau die er liebt nun vergrault hätte, allein auf der Welt sei, sein Leben beenden würde und es nicht mehr aushalte.

Ich schrieb ihm eine sms, er solle sich binnen einer Stunde melden, sonst riefe ich die Polizei.

Nichts kam.

Ich ging also zum Revier und die schickten sofort eine Streife zu ihm los.
Später erfuhr ich von der Polizei, dass er wohlbehalten in der Wohnung angetroffen wurde.
Ich weiß aber, dass man Leute die sowas ankündigen erstmal in eine psychosomatische Klinik bringen, damit ein Psychater ein Gespräch mit ihnen führen kann, um sicherzustellen, dass die Person nicht gefährdet ist. Andernfalls, muss man wohl 2 Wochen da bleiben.

So blöd es klingt .... ich fühle mich extrem schuldig, denke ich habe ihn verraten ... Und wollte ihm diese Peinlichkeit ersparen, aber ich hatte so Angst und musste es einfach tun!

Er hat sich seit dieser Selbstmord-sms nicht mehr gemeldet und ich weiß ich bin bescheuert, ... aber ich habe Angst, dass er nun so voller Wut und Hass ist, dass er sich nie wieder melden wird. Und auch wenn ich mich dafür verachte; Ich liebe ihn nach wie vor und ich bin gerade in einem schrecklich ungewissen Zustand.
Habe in einem Forum gesehen, in dem er aktiv ist, dass er das letzte Mal um 3:19 uhr online war, aber gemeldet hat er sich nicht. Auch nicht aus Wut. Gar nicht.
Die Polizei muss so gegen 18:30 Uhr bei ihm gewesen sein.

Bitte gebt mir einen Rat was ich nun tun soll. Ich hatte so Sorge um ihn, doch will ich auch nicht dass er irgendwo hin muss .....

Danke für eure Anregungen.
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

2

Samstag, 27. November 2010, 10:57

Hallo!

DU hast das einzig richtige getan! DU bist NICHT verantwortlich für SEIN LEBEN sondern für DEIN LEBEN!
Du musstest das der Polizei weiterleiten.
Er macht jetzt einen "ich bin untergetaucht und verstecke mich, damit du dirSorgen machst und bereust was du getan hast" - Steig nicht mehr ein auf dieses dreckige Spiel!!!!! Je mehr du ihn anschreibst und dich kümmerst, dich sorgst, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt er - und das ist das was er jetzt will.
Kümmer dich jetzt um ihn - so hart das auch sein mag und lass dich nicht so an dir "herumzerren"
Liebe Grüße

Serafino

Anfänger

Beiträge: 23

Beruf: Pädagogischer Beruf

  • Nachricht senden

3

Samstag, 27. November 2010, 11:11

Liebe SterbendeHoffnung,

ich glaube ich kann dich ganz gut verstehen, denn ich bin mit einer Frau verheiratet, die ebenfalls schwere psychische Probleme gehabt hat. Es geht etwas besser aber die Störung bleibt.

Ich habe deinen Text ganz gelesen und ich befinde mich ja sozusagen auf "der anderen Seite" und spiele die Rolle, die dein Partner bei dir hat. Trotzdem verurteile ich deinen Partner aufgrund deiner Erzählung ziemlich. Mit seiner Selbstmorddrohung wollte er bewirken, dass du wieder zu ihm kommst, das denke ich. Aber dass es anders kam, mit Polizei und so, finde ich eigentlich gar nicht so schlimm.

Ich habe gut reden, ich weiß, aber an sich brauchst du jemanden anderes an deiner Seite und nicht jemanden, der dich raus schmeißt, egal wie krank du bist. Ich bin sehr verärgert über sein Verhalten. Wir haben hier in unserer Ehe auch wirklich schwerwiegende Probleme aber niemals würde ich meine Frau vor die Tür setzen. Er muss mit dir reden, er hat schon das Recht, sich Freiräume als Ausgleich zu schaffen, aber das muss im Einklang passieren - du musst das auch so sehen. Das höchste der Gefühle für mich an dieser Stelle ist, dass er ab und zu mal wo anders hin fährt oder was alleine unternimmt, wenn es gar nicht mehr geht. Aber einfach vor die Tür setzen und dann sagen dass es ihm gut geht, dass ist überhaupt nicht ok. Es muss andere Wege geben.

Du brauchst wegen der Story mit der Polizei wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben. Du hast eigentlich nur logisch und konsequent gehandelt - das ist in deinem Zustand einen Lob wert und kein Grund sich zu grämen. Du hast dir Sorgen gemacht, das MUSS er verstehen. Wenn nicht, dann ist er es nicht wert von dir geliebt zu werden. Und realistisch betrachtet wird er heute wohl ein Gespräch mit einem Psychater führen und dabei wird raus kommen, dass er nichts hat. Selbst wenn er ein paar Tage dort bleibt, das tut dem Jungen bestimmt ganz gut, dann kann er mal nachdenken.

Du musst eigentlich aus alle dem raus und das weißt du auch. Such dir einen Partner der wirklich hilfreich ist. Wenn du glaubst, dass das aufgrund deiner Erkrankung hoffnungslos ist dann lass dir sagen, dass ich mir das nicht wirklich vorstellen kann. Es gibt so viele Menschen, die so unterschiedlich funktionieren. Es gibt Männer die davor nicht zurückschrecken und sich durch die geleistete Hilfe, größer an deiner Seite fühlen können.
So lange du nichts in Aussicht hast, dann versuche dein Leben so zu gestalten, dass du viele Freunde hast, die mit der Zeit auch gute, enge Freunde werden können - das dauert natürlich etwas, wir sind ja keine Teenies mehr - also Geduld an dieser Stelle. Du brauchst Menschen, die für dich da sind, die auch mal nach die gucken. Dafür muisst du was investieren.

Ich weiss nicht ob du das nicht schon sowieso tust, aber ich würde auf jeden Fall auch nochmal zu einer Selbsthilfegruppe / Psychologe usw. gehen wenn ich du wäre.

Alles Gute und Liebe, fühl dich ruhig frei zu antworten, wenn du willst.

"Serafino"

Chris34

unregistriert

4

Samstag, 27. November 2010, 11:20

Hi, (mag dich echt nicht sterbendeHoffnung nennen)

Weißt du, ich glaube dein Ex-Freund steht einfach drauf anderen weh zu tun, und du tätest gut daran den Kontakt zu ihm komplett abzubrechen.
So wie du es schilderst diente die Drohung einzig und allein dazu dich zurückzuholen, nur um dich bei nächster Gelegenheit wieder zu demütigen.
Ich würde gar nicht mehr reagieren, wenn er sich meldet, so schwer das auch fällt.
Lass doch sämtliche SMS von ihm von deinem Bruder löschen bevor du sie lesen kannst.
Ich kenne mich mit Angststörungen nicht aus, kann mir aber gut vorstellen, das dieser Mann mit ein Grund dafür ist.
Ist schon krass mit einem solchen Problem bei einem Kerl zu leben wo du jederzeit mit einem Rausschmiß rechnen mußt, oder er mit Selbstmord droht wenn du ihn verlässt. Das fördert doch blos noch die Angst bei dir.
Was du brauchst ist ein sicheres Umfeld, einen Ort an dem du dich wohl und geborgen fühlen kannst und nicht sowas.
Ich glaub, es war richtig von dir diesmal wegzubleiben, und klar ist, daß du dir nach seiner SMS Sorgen gemacht hast. Aber jetzt müßte dir auch klar sein, daß er nur seine Spielchen mit dir gespielt hat.
Tu dir selbst einen Gefallen und kehr ihm deinen Rücken zu, ist nur ein gut gemeinter Rat. Ich weiß, daß das nicht einfach sein wird.
Alles Gute und liebe Grüße
Chris

5

Samstag, 27. November 2010, 11:24

Lieber Serafino,

ich bin unglaublich dankbar für Deine Worte. Sie zu lesen hat mir mehr als gut getan und zu wissen, dass es Männer gibt, die hinter ihrer Frau stehen, wenn sie Hilfe braucht, ist ganz toll!

Alles was Du geschrieben hast, trifft genau zu.

Ich bin sogar in psychologischer Hilfe (seit 1 1/2 Jahren) und es ging mir zeitweise auch wieder sehr gut, bis die Beziehungsprobleme mich wieder in meinen Angststrudel gezogen haben, sodass ich heute im prinzip alleine lebensunfähig bin.
Aber ich weiß und glaube daran, dass das nicht immer so bleiben wird.

Die Freiräume die er wollte, habe ich ihm immer zugesagt, ihn sogar dazu motiviert, weil ich alles daran setzen wollte ihn zu halten und mir klar war, dass wenn wir uns "auf der Pelle hängen", die Chancen mehr als schlecht stehen.

Aber auch das hat ihm nicht gereicht. Er wollte eine Spaßbeziehung, ohne Probleme.

Denkst Du, die Polizei war verpflichtet ihn in eine Psychatrie mitzunehmen, sodass er mit einem Arzt sprechen konnte? Ich habe irgendwo mal nachgelesen, dass die Polizei sicherstellen muss, dass es sich nur um Drohung und nicht um ernsthafte Absichten handelt.
Allerdings ist er ja im Stande sich im Internet aufzuhalten, was eher aussagt, dass er zu Hause ist.

Ich hoffe, Du hast Recht und ich werde noch einen Partner finden, der mich und meine Problematik aus Liebe zu mir auf sich nehmen kann.

Für Deine Worte danke ich Dir sehr und freue mich für Deine Frau, in Dir eine so große Stütze zu haben :-)

Liebe Grüße.
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

6

Samstag, 27. November 2010, 11:28

@Chris34:

Hallo Chris,

danke für Deine Worte.

Dafür, dass Du Dich nicht mit Angststörungen auskennst, hast Du verdammte Ahnung davon!
Mein Psychologe sagt auch, dass dieses unsichere Umfeld die Symptomatik erheblich verstärkt und mein Ex ein Mensch ist (mein Psychologe kennt ihn auch), der nur sich sieht und über Leichen geht, wenn es darum geht seinen Willen zu kriegen.
Und da ist es ihm herzlich egal, ob es mir noch schlechter geht, bei solch einem emotionalen Druck.

Es klingt grausam, aber so ist er ...

Ich hoffe, ich werde meinen Weg von ihm gut meistern! :-)

Liebe Grüße.
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

Serafino

Anfänger

Beiträge: 23

Beruf: Pädagogischer Beruf

  • Nachricht senden

7

Samstag, 27. November 2010, 14:37

Hallo,

Es freut mich ein wenig "moralisch" zu unterstützen. Bin gespannt wie es jetzt gelaufen ist, ob er sich meldet, und ob du standhaft bleiben kannst - was ich sehr hoffe.

Leider ist auch bei uns nicht alles Gold was glänzt. Erst dadurch kam ich ja auch auf die Idee mit diesem Forum.

Am Wochenende werde ich wohl irgendwann den Koller kriegen und mein Herz einmal hier ausschütten.

Alles Liebe
"Serafino"

8

Samstag, 27. November 2010, 19:00

Meine beste Freundin war eben bei mir. Ist ihm in der U-Bahn-Haltestelle übern Weg gelaufen, aber er hielt es nicht für nötig sie zu begrüßen, stellte sich aber provokativ neben sie ... Ich muss sagen, dass es mich schon aufrührt, wenn ich das höre :-(

Na ja, aber in ner KLinik ist er scheinbar nicht.
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

9

Sonntag, 28. November 2010, 01:35

Hey ihr Lieben, ich stalk euch wieder mal ...

Nun ist es mitten in der Nacht und ich kann nicht schlafen.
Ich weiß, ich spinn total, aber nachts ist eh immer alles schlimmer, ich hab ein Glas Wein getrunken und er fehlt mir so sehr ....
Ich weiß, dass ihr euch jetzt alle denken werdet: "Wie kann ihr jemand fehlen, der sowas mit ihr gemacht hat? Hat sie keinen Funken Selbstachtung?"

Es ist schrecklich ... ich halte mir all die gemeinen und charakterlosen Dinge vor Augen die er mir antat und denke trotzdem nur an die wenigen schönen Dinge. Gerade würde ich einfach nur gerne von ihm in den Arm genommen werden ... Ich weiß wie falsch es ist und ich mach auch nichts, aber dieses Gefühl ist gerade total stark da.
Hilfe.
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

Chris34

unregistriert

10

Sonntag, 28. November 2010, 02:30

Hi, (hab schon gesagt, daß ich dich so nicht nennen mag, vieleicht lieber NeueHoffnung?)

Natürlich vermißt du ihn, das ist auch ganz normal. Ihr habt doch 1,5 Jahre euren Alltag miteinander geteilt. Besonders wenn du allein abends bist, wird dieses Gefühl in nächster Zeit öfters da sein. Meine Trennung liegt jetzt ne ganze Weile zurück und ich hab dieses Gefühl trotzdem noch. Aber dir ist doch klar, daß du irgendwann daran zerbrochen wärst, wie er dich behandelt, oder?
Ich glaube du hast mehr Selbstachtung, als du dir zugestehst. Du hast den richtigen Schritt aus dieser Beziehung raus gemacht, dazu gehört verdammt viel courage und Selbstachtung.
Aber jetzt mußt du diesen Weg auch konsequent zu Ende gehen! Nur weil man eine Person vermißt, heißt das nicht, daß diese einem auch gut tut.
Du weißt, das dieser Mensch dir nicht gut getan hat (Mensch? War sein Verhalten dir gegenüber menschlich? Hab da so meine Zweifel).
Du mußt dir immer vor Augen halten wie demütigend es war vor die Tür gesetzt zu werden. Wie sehr dich dieser Kerl verletzt hat.
Du bist mehr Wert als das, und ich denke, das hast du erkannt. Obwohl er dich so behandelt hat, hast du dir Sorgen gemacht als er mit seiner Drohung kam und hast dich um Hilfe für ihn bemüht. Was hätte er im umgekehrten Fall gemacht? Vermutlich gelacht. Er fühlt sich ja "aktiv und glücklich", wenns dir dreckig geht.
Bitte lass dich nicht unterkriegen.
Liebe Grüße
Chris

11

Sonntag, 28. November 2010, 09:16

Guten Morgen an Euch alle und vielen Dank für Deine Worte, Chris!

Ich weiß nicht in was für einer beschi...nen Lage des Trennungsschmerzes ich gerade stecke, aber ich wachte eben mit dem gleichen Gefühl auf, mit dem ich gestern eingeschlafen bin:

Angst.

Angst davor, dass er mich nicht mehr liebt, weil er sich nicht mehr meldet. (Bin ich eigentlich bescheuert???!)

Okay, er hat sich ja auch vor der "Sache" mit der Polizei regelmäßig gemeldet, aber nun fast 3 volle Tage nicht und das bin ich einfach nicht gewohnt von ihm.
Das Schlimme ist, ich WEIß, dass das im Endeffekt gut ist, aber es macht mich fertig!

Ich versuche mir auch permanent vor Augen zu halten wieso es erst überhaupt so weit kam, aber alles was mir vor Augen kommt sind schöne Dinge und gemeinsame Momente ....
Mir ist unendlich schwer ums Herz und ich weiß nicht, wie ich das monatelang bewerkstelligen soll, das ist doch der Horror!

Denkt ihr auch ich spinne total? :-(

Liebe Grüße....
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

12

Sonntag, 28. November 2010, 09:40

Hallo liebe Sterbende Hoffnung,

bitte lese dir das mal in RUHE durch



Lebe ich in einer Misshandlungsbeziehung?


Viele Frauen wenden sich an re-empowerment mit der Frage, ob sie in einer Misshandlungsbeziehung leben. Nachstehend einige Merkmale, durch die sich „normale“ von Misshandlungsbeziehungen unterscheiden.

Ungleichheit anstelle von Gleichberechtigung
Wettkampf und Konkurrenz anstelle von Partnerschaft
Manipulation anstelle von Gegenseitigkeit und Gemeinsamkeit
Feindseligkeit anstelle von Wohlwollen
Kontrolle anstelle von Intimität
Negierung anstelle von Bestätigung und Validierung
Ungleichheit vs. Gleichberechtigung
Ein Misshandler betrachtet seine Partnerin nicht als gleichberechtigte und gleichwertige Person. Misshandlungsbeziehungen sind geprägt von Macht, Dominanz und Kontrolle. Der Misshandler ist getrieben von dem inneren Zwang, „am längeren Hebel zu sitzen“. Den meisten Misshandlern ist es nicht möglich, in einer gleichberechtigten Partnerschaft zu leben, eine gleichberechtigte Frau stellt eine Bedrohung dar. Beispiele für Ungleichheit:
Er erwartet von Dir, ihn in alle Entscheidungen mit einzubeziehen (so behält er Kontrolle), „vergisst“ aber, Dich von seinen Entscheidungsprozessen in Kenntnis zu setzen.
Es ist schwierig, mittelfristig oder langfristig mit ihm zu planen. Gleichzeitig tendiert er aber dazu, Dich auf Aussagen „festzunageln“, die angeblich „feste Pläne“ seien.
Für ihn unbequeme Diskussionen werden von ihm „geblockt“. Er kann das, denn er sitzt am längeren Hebel. Jeder solcher „Erfolge“ steigert sein Machtgefühl.
Wettkampf und Konkurrenz vs. Partnerschaft
Dein Partner empfindet Deine Leistungen nicht als Bereicherung für Eure Beziehung sondern als Bedrohung seiner Position. Das, was Du als Beitrag zu Eurem Leben siehst, empfindet er als Infragestellung seiner Macht und Kompetenz. Anstelle der erhofften Anerkennung und Wertschätzung erhältst Du (Gegen-)Angriffe und Abwertung.

Beispiele:
Deine Erfolge und Leistungen werden kleingeredet oder ignoriert.
Er kann es nur schwer ertragen, wenn andere Menschen Dir in seinem Beisein Komplimente machen.
Er ist ein schlechter Verlierer (stellt es aber u.U. so hin, als seist Du die schlechte Verliererin.
Er spricht nicht gerne mit Dir über Themen, in denen Du „besser“ bist. – Dafür aber umso lieber und länger über Bereiche, in denen er „besser“ ist.
Manipulation anstelle von Gegenseitigkeit und Gemeinsamkeit
Manipulative Menschen kennen eine Vielzahl von „eigenen“ Wegen um zu bekommen, was sie bekommen wollen, - aber der wahrscheinlich einfachste Weg wird von ihnen selten genutzt: Fragen oder Bitten.

Beispiele:
Er sagt Dir nicht, was er von Dir erwartet, - aber lässt es Dich „spüren“, wenn Dein Verhalten nicht seinen Erwartungen entspricht.
Er bittet Dich nicht, bestimmte Freunde oder Verwandte nicht mehr zu treffen, sondern straft Dich mit Liebesentzug oder Streitigkeiten auf Nebenschauplätzen.
Er entwickelt Krankheiten und/oder „Wehwechen“ wenn Du es tatsächlich „wagen“ solltest, eigene Wege zu gehen.
Wenn Du ihm von eigenen Ideen und Plänen erzählst, macht er selbige schlecht, „warnt“ Dich vor vermeintlich gefährlichen Auswirkungen, spielt sie herunter … - sprich tut letztendlich alles ihm mögliche, um Dich von der Realisation Deiner Pläne und Ziele abzuhalten.
Feindseligkeit anstelle von Wohlwollen
Gewalt ist immer feindselig, egal ob es sich um physische, verbale, emotionale oder psychologische Gewalt handelt. Diese Feindseligkeit wird unterschiedlich ausgelebt und reicht von direkten verbalen oder tätlichen Angriffen bis zu gut verborgener Feindseligkeit, die sich er in Form von geschickten Manipulationen äußert. Die Tatsache, dass Dein eigener Partner Dir gegenüber tatsächlich feindselig eingestellt ist, und diese Feindseligkeit auch auslebt, ist schwer zu erkennen, einzusehen und für viele Menschen gänzlich unmöglich zu verstehen.

Beispiele:
Offene Angriffe und Beleidigungen, Beschimpfungen.
Oftmals wird dem Partner die Schuld für den Angriff „in die Schuhe geschoben“.
Er pflastert Deinen Weg mit Hindernissen, - oft um zu verhindern, dass Du unabhängiger, oder gar „besser“ wirst.
Dein Partner ist nicht auf Deiner Seite.
Kontrolle anstelle von Intimität
Intimität ist eine der Lebensquellen einer guten Beziehung. Der verbale und emotionale Austausch zwischen Partnern ist die Grundlage einer vertrauensvollen, gleichberechtigten Beziehung. Ein Partner, der nach dem Power Over Konzept lebt, vertraut Dir nicht, sieht Dich nicht als gleichberechtigt an, und hat vor allem kein wirkliches Interesse daran, Dir seine wahren Gedanken und Gefühle mitzuteilen. Er will Dich kontrollieren, - oft um sich seinen eigenen Gefühlen nicht zu stellen.

Beispiele:
Anstatt offen mit Dir über seine Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen zu sprechen, manipuliert er Dich, um seine Ziele zu erreichen.
Probleme lassen sich in Gesprächen nicht wirklich lösen, auch wenn Dein Partner bisweilen den Anschein macht, an Deinen Äußerungen interessiert zu sein.
Negierung anstelle von Bestätigung und Validierung

Während es in einer Partnerschaft üblich ist, die Gefühle und Wahrnehmungen des anderen zu bestätigen – oder Diskrepanzen offen zu besprechen, wird Misshandler genau das Gegenteil tun. Denk daran: Sein Ziel ist es, Dich zu kontrollieren, am längeren Hebel zu sitzen. Je schwächer und unsicherer Du wirst, desto mehr Kontrolle hat er.

Beispiele:
Wenn Du ihm sagst, dass sein Verhalten Dich verletzt, antwortet er mit „Du bist zu empfindlich“.
Er spielt Deinen Schmerz oder Deine Ängste herunter.
Er lobt Dich nicht für Deine eigenen Erfolge, sondern versucht wohlmöglich sogar, diese abzuwerten.
Er wird wahrscheinlich NIE zugeben, dass er Dich misshandelt oder verletzt.

13

Sonntag, 28. November 2010, 09:50

Hallo Sunshine!

Danke für dieses heftigen Text!
Ich kann zwar nicht behaupten, dass alle Punkte auf ihn zutreffen, dafür aber mit Bestimmtheit die Folgenden:




Ein Misshandler betrachtet seine Partnerin nicht als gleichberechtigte und gleichwertige Person.

Misshandlungsbeziehungen sind geprägt von Macht, Dominanz und Kontrolle. Der Misshandler ist getrieben von dem inneren Zwang, „am längeren Hebel zu sitzen“.

Er erwartet von Dir, ihn in alle Entscheidungen mit einzubeziehen (so behält er Kontrolle), „vergisst“ aber, Dich von seinen Entscheidungsprozessen in Kenntnis zu setzen.

Es ist schwierig, mittelfristig oder langfristig mit ihm zu planen. Gleichzeitig tendiert er aber dazu, Dich auf Aussagen „festzunageln“, die angeblich „feste Pläne“ seien.

Für ihn unbequeme Diskussionen werden von ihm „geblockt“. Er kann das, denn er sitzt am längeren Hebel. Jeder solcher „Erfolge“ steigert sein Machtgefühl.

Er ist ein schlechter Verlierer (stellt es aber u.U. so hin, als seist Du die schlechte Verliererin.

Dein Partner ist nicht auf Deiner Seite.

Kontrolle anstelle von Intimität.

Wenn Du ihm sagst, dass sein Verhalten Dich verletzt, antwortet er mit „Du bist zu empfindlich“.
Er spielt Deinen Schmerz oder Deine Ängste herunter.

Offene Angriffe und Beleidigungen, Beschimpfungen.
Oftmals wird dem Partner die Schuld für den Angriff „in die Schuhe geschoben“.
Er wird wahrscheinlich NIE zugeben, dass er Dich misshandelt oder verletzt.


Das ist echt heftig :-(
:!: >> Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich achten sollen << :!:

Serafino

Anfänger

Beiträge: 23

Beruf: Pädagogischer Beruf

  • Nachricht senden

14

Donnerstag, 2. Dezember 2010, 18:54

Hallo SterbendeHoffnung,

wie geht es dir inzwischen ?

Bist du zu ihm zurück oder bis du stark genug gewesen. Denkst du noch zu oft an ihn ?

Alles Liebe
"Serafino"

Ähnliche Themen

Thema bewerten
Bookmark and Share