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Freitag, 26. November 2010, 13:51

Er hat sich nach 8 Jahren von mir getrennt...weiß einfach nicht weiter..

Hallo,
ich bin froh, dieses Forum entdeckt zu haben.
Ich bin einfach nur todraurig und weiß nicht, was ich tun soll.
Nach 8 Jahren Beziehung hat sich mein 1 Jahr älterer Partner von mir getrennt. Aus meiner Sicht viel zu schnell und unvorbereitet für mich.
Doch vielleicht erzähle ich einfach mal etwas, damit ihr mich besser verstehen könnt.
Von den 8 Jahren haben wir 5 Jahre lang zusammen gewohnt. Das letzte Jahr im Haus seiner Eltern. Wir oben, sie unten.
Schon vor dem Umzug in das Haus seiner Eltern, eigentlich von Anfang an, habe ich mich in der Gegenwart insbesondere seiner Mutter einfach nicht wohlgefühlt. Ich habe einfach gespürt, dass sie mich nicht mag.
Meine Familie ist herzlich, offen und redet über alles. Dies war bei meinem Freund nicht so. Vor 5 Jahren ist mein Freund für mich aus seinem Heimatort weggezogen. Wir haben dann 4 Jahre gemeinsam in der Nähe meines Heimatortes gelebt. Da sein Job nicht in der Nähe lag, musste er jeden Tag 1 Std. hin und zurück fahren. Nach dem dritten Jahr machten ihm seine Eltern das Angebot, das Haus umzubauen und aus einem Einfamilienhaus ein Zweifamilienhaus zu machen. Ein Großteil davon in Eigenregie.
Mein Freund fragte mich damals, was ich davon halten würde, mit ihm dorthin zu ziehen. Ca. 45. Minuten wenn es gut läuft, mit dem Auto von meinem Heimatort und meinem sicheren Job entfernt.
Da ich wie gesagt immer das Gefühl hatte, dass mich seine Mutter nicht mochte, habe ich ihm diese Bedenken mitgeteilt, mehrfach, teilweise unter Weinen. Er meinte immer nur, sie hat nichts gegen Dich, sie ist einfach so.
Schließlich entschied er sich nach einem Streit, auf jeden Fall in das Haus zu ziehen, um sich seinen Traum vom Eigenheim zu realisieren.
Er wäre also ohne mich gegangen, weil er der Meinung war, ich könnte auch etwas für ihn tun, er sei schließlich auch weg gezogen.
Also kämpfte ich mit mir selbst und entschied mich schließlich, mitzuziehen. Vor etwas mehr als 1 Jahr sind wir umgezogen. Das letzte Jahr davor haben wir uns kaum sehen können, da er nur am Haus bzw. in der neuen Wohnung am arbeiten war. Das war eine sehr schwere Zeit, den anderen nur am Wochenende zu sehen.
Wir zogen also vor etwas mehr als 1 Jahr um. Schon kurz vor dem Umzug gerieten unsere Eltern dann aneinander. Auslöser war seine Mutter. Wenn ich damals die Möglichkeit gehabt hätte, die alte Wohnung noch zu behalten (sie war bereits gekündigt), wäre ich nicht mitgezogen. Das Erlebnis an diesem Tag hatte mir gezeigt, dass ich in diesem Haus nicht willkommen sein sollte. Es folgten noch mehrere Dinge in den nächsten Monaten, in denen wir ja schon in der neuen Wohnung wohnten. Zuletzt gingen mir seine Eltern komplett aus dem Weg. Kam ich mit dem Auto vorgefahren und war einer im Vorgarten am arbeiten, gingen sie einfach ins Haus. Es war wirklich schlimm für mich und das Verhältnis zu meinem Freund litt immer mehr darunter, da ich mit der Situation nicht umgehen konnte. Ich fuhr jeden Tag eine Strecke 65 km zur Arbeit und nachmittags wieder zurück. Musste entsprechend früh aufstehen und abends auch noch kochen und den Haushalt schmeißen. Wir gerieten ständig aneinander, weil ich unzufrieden war. Ich wollte einfach, dass er hinter mir steht und auf den Tisch haut bei seinen Eltern. Stattdessen erzählte er mir vor einigen Wochen, er wolle an einem der Weihnachtstage zu seinen Eltern in die Wohnung gehen, um mit ihnen zusammen zu sein. Ich hatte absolut kein Verständnis dafür, wusste er doch, wie sehr ich unter der Situation gelitten habe. Klar, er hätte frohe Weihnachten wünschen können, gehört sich ja so, aber doch nicht so tun, als sei nichts passiert.
Wir hatten für das nächste Jahr Kinder planen wollen (mein größter Wunsch) und heiraten wollen. Er selbst sagte immer, Kinder sein nicht so wichtig für sein Leben, aber wenn ich es wolle, würde er es tun.
Jedenfalls stritten wir uns an einem Abend in der letzten Woche. Ich hatte Stress im Büro gehabt und war einfach genervt. Anstatt ihm dies zu sagen, habe ich ihn so angemeckert. Er reagierte merkwürdig und sagte schließlich, ich habe da keine Lust mehr drauf. Bis Sonntag haben wir uns dann augerafft. Ich habe mich entschuldigt, aber er meinte, irgendetwas sei bei seinen Gefühlen nicht mehr so wie vorher. Er wüsste es selbst nicht. Ich konnte mit der Situation nicht umgehen, habe geweint und geweint und mich an ihn geklettet. Ich hatte aus meiner Sicht alles für ihn getan und alles aufgegeben. Weggezogen, Freunde/Familie weit weg, jeden Tag so weit fahren. Also fragte ich ihn, ob er glaube, dass es noch eine Chance gebe für uns. Er verneinte und ich fragte, heißt das jetzt, ich soll ausziehen? Ja, sagte er. Da es seine Wohnung war, bin ich dann 2 Tage später mit den nötigsten Dingen zu meinen Eltern gezogen, wo ich auch jetzt am PC sitze.
Ich darf die Wohnung nur betreten, wenn er da ist. Er möchte gerne nicht im bösen mit mir auseinander gehen, das hat er gesagt, aber wir haben bis jetzt nichtmal richtig darüber gesprochen, warum es so gekommen ist.
Nun sitze ich hier ohne Wohnung, meine Sachen weit weg, weine und weine und komme mit der Situation nicht klar.
Ich verliere den Menschen, den ich liebe und er hat nichtmal geweint, an unserem letzten gemeinsamen Abend, sondern nach neuen Küchenmöbeln geguckt. Das hat mir so weh getan. Ich kann doch einen Menschen, der mir viel bedeutet nicht einfach so fallen lassen.
Ich habe doch nichts mehr, der Boden unter den Füßen wurde mir weg gerissen.
Jetzt muss ich eine Wohnung finden, obwohl ich gefühlsmäßig noch komplett verwirrt bin und die Situation nicht begreifen kann. Arbeiten war ich in dieser Woche nicht, weil es einfach nicht geklappt hätte.
Er fehlt mir und trotz allem bedeutet er mir viel. Er hatte mir noch vor 3 Wochen gesagt, dass wir alles gemeinsam schaffen können.
Wie kann das so schnell anders sein? Eine andere Frau steckt auf keinen Fall dahinter. Aber vielleicht die Situation, dass es bzgl. seiner Eltern immer nur Ärger zwischen uns gegeben hätte.
Er hat mir klar gesagt, dass es für ihn keine Trennung auf Zeit ist. Es scheint ihm generell egal zu sein, was aus mir wird.
Ich weiß einfach nicht weiter....

Chris34

unregistriert

2

Freitag, 26. November 2010, 18:42

Hallo Nordlicht 32,
Du fragst, wie das so schnell anders sein kann, ...hm. Ich glaube in so einer Situation wie du sie erlebst haben sich beide Parteien (sprich du und dein Freund, jeder für sich) bereits Gedanken gemacht, wie es weiter gehen soll in der Beziehung bzw. mit der Problembewältigung darin. Ich denke für ihn stand ganz außer Frage dich über sein Elternhaus zu stellen, wobei er ( hoffe ich ) auch gespürt hat das du unglücklich bist mit der Situation, und er dich eigentlich nicht verletzen wollte. Er sah vieleicht gar keine andere Möglichkeit ( Meine Ex war da sehr ähnlich, vor die Wahl gestellt hätte sie immer ihre Eltern bevorzugt.)
Ich kann dir leider nicht wirklich helfen, was deinen Momentanen Gemütszustand anbetrifft, aber verstehen kann ichs gut. 8 Jahre Beziehung legt man nicht einfach so ab. Das ist wie ein Schock. Natürlich fehlt er dir und du bist verwirrt. Du fragst dich warum es so gekommen ist, wo du eigentlich denkst in der Prioritätenliste deines Freundes müsstest du an erster Stelle stehen und nicht seine Eltern (finde diese Einstellung auch seltsam, aber das gibts nunmal).
Aber vieleicht hilft es dir, wenn du dich fragst, wie lange du es noch dort ausgehalten hättest. In einem Haus, wo dich deine Schwiegereltern in Spee nur noch ignoriert haben. Das ist doch auch nicht das, was dir ein Zu Hause bieten sollte. Du hast dich nicht wohlgefühlt und warst mit der Situation unglücklich. Unterm Strich mußt du unter sehr viel Stress und Druck in diesem Haushalt gestanden haben, so etwas zerfrisst einen auf Dauer innerlich.
Wann hättest du die Reissleine gezogen?
Ich weiß, daß der Schock und der Schmerz im Moment tief sitzt, und wenn du die Möglichkeit hast, dann such dir eine oder mehrere Schulter(n) zum ausweinen, da muß man einfach durch.
Ich wünsch dir alles Gute und liebe Grüße
Chris

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Chris34« (27. November 2010, 06:11)


juergen

unregistriert

3

Samstag, 27. November 2010, 07:51

Hallo nordlicht,

willkommen im forum.

Ich kann Dir leider keine grossen Hoffnungen machen was Deine Beziehung an geht.
Wenn es Probleme mit der Familie des Partners gibt wird es schwierig. Wenn Dein Partner dann aber nicht in der Lage ist zu vermitteln b.z.w. falls keine Vermittlung sich vor Dich zu stellen wird es unmöglich.
Leider steht er nicht zu Dir in dieser Frage. Schon sein Wunsch unter dein Dach mit seinen Eltern zu ziehen, obwohl es bereits Spannungen gab, zeigt doch ganz klar seinen Egoismus und die fehlende Rücksicht zu Dir. Er hätte erst die Spannungen zwischen Dir und seinen Eltern lösen müssen und dann noch eine ganze Weile beobachten bevor er diesen Wunsch äussert. Unter einem Dach mit Eltern oder Schwiegereltern zu wohnen bedeutet unglaublich viel Rücksicht zu nehmen und Fingerspitzengefühl zu haben.

Und noch etwas sehe ich als ganz wichtig an in einer Partnerschaft:

Die 1. Priorität hat die eigene Partnerin. Sie ist Ansprechpartner Nummer 1 in allen Dingen und kommt definitiv vor meiner eigenen Familie.
Denn sie ist dann meine Familie. Erst dann kommen Eltern, Geschwister, u.s.w. Und das war bei Dir nicht der Fall. Bei diesem Mann stehst Du auf verlorenem Posten. Vergiss ihn auch wenn es schwer fällt. Er kann ja seine Mama heiraten. Oder eben erwachsen werden.

4

Sonntag, 28. November 2010, 19:29

Hallo liebes Nordlicht!

Es tut mir sehr sehr Leid, wie du dich fühlst. Glaub mir, ich bin im Moment 100% in der Lage deinen Schmerz mitzufühlen! Auch ich befinde mich nicht mehr in der gemeinsamen Wohnung (seit 7 Tagen bin ich wieder bei meinen Eltern), auch ich konnte die letzte Woche nicht arbeiten aufgrund meiner schlimmen Verfassung. Ich stecke bis zum Hals in Liebeskummer. Urplötzlich - Schock hoch 10 - sehr wenig Hoffnung!
Wenn dich meine Geschichte interessiert, ich habe sie gestern hier ins Forum gestellt und mich auch gestern hier angemeldet.

Ich möchte zu deiner Geschichte sagen, dass ich es absolut schockierend finde, was du durchmachen musst! Und dann auch noch nach so langer Zeit! Geschockt hat mich auch sein Kommentar, dass er Weihnachten mit seiner Familie verbringen möchte etc. - einfach unglaublich. Es muss sehr hart für dich sein und ich sage dir, wie es sicher viele auch tun: Wir müssen den Kopf hoch nehmen! Wir dürfen die Phasen der Trauer erleben, aber wir werden auch verarbeiten!!!
In deiner Situation gibt es sicherlich kaum noch Hoffnung - diese Familiensituation ist einfach immer eine harte Nummer, meist klappt es nicht. Meine vorherige Beziehung ist nach 3 Jahren in die Brüche gegangen, weil beide Elternteile gegen mich waren! Unvorstellbar schwer damals ... Naja jetzt hänge ich in einer neuen, sehr schmerzhaften Trennung und stehe plötzlich vor dem Nichts!!!

Bei mir persönlich ist es so, die Wochenenden sind besonders schlimm, heute bin ich absolut lustlos für alles und jeden, außer ein bisschen Internet... Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dein Arbeitstag einigermaßen vergeht, dass du viele Möglichkeiten findest dich abzulenken und dass du eines Tage wieder lachen kannst!!! Bleib stark - mir hat jemand gerade eine Kerze angemacht - das gleiche tue ich jetzt für dich!

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