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Stonehenge

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1

Donnerstag, 11. November 2010, 18:32

Jetzt steh ich vor einem Abgrund

Hi Community,

jetzt habe ich auch etwas auf dem Herzen.

Meine Freundin hat sich vor 2 Monaten nach mehr als 2 Jahren berechtigt von mir getrennt.
Ich habe ihr nicht genug Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit geschenkt.
Sie hingegen hat alles für mich getan. Fast bis zur Selbstaufgabe.

Nun, so kam was kommen musste. Sie zog die Reißleine. Seither hatten wir nur
noch telefonischen Kontakt. Sie war wochenlang krank wegen einer Nierenkolik, lag im
Krankenhaus, wurde operiert und ist jetzt wieder gesund.

Heute haben wir uns zum 1. Mal wieder getroffen.
Wir lächelten uns an. Für mich war ers wie am 1. Tag als wir uns kennenlernten. Für mich!
Doch der Schein trügte. Sie wollte mich einfach nur sehen.
Das Treffen stand schon vor 3 Wochen auf dem Plan.

Dann kam meine Frage die meine Träume platzen ließen.
Ich fragte ob sie schon einen neuen Mann kennen gelernt habe.
Ich fragte das weil ich nicht damit rechnete dass es tatsächlich passiert ist.

Sie nickte vorsichtig aber wollte nicht mit der Sprache raus. Das versetzt mir einen Schlag denn
innerlich hoffte ich, dass wir es noch einmal schaffen würden. Das sie mir doch noch
einmal eine letzte Chance geben würde. Und das obwohl sie mir schon mehrmals
am Telefon mitteilte es gäbe kein zurück mehr. Aber ich habe die Hoffnung nie aufgegeben.

Das Nicken reichte mir nicht. Ich wollte alles wissen. Sie wollte nicht mit der Sprache raus.
Doch nach ewigen nachhaken meinerseits ließ sie sich alles aus der Nase ziehen.
Sie hat einen alten Schulkollegen über Stayfriends wieder getroffen. Es war ihr Jugendschwarm
vor 28 Jahren. Er war verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie glaubt das er sich in sie
verliebt habe und auch sie hat positive Gefühle für ihn. Sie meint das es was werden könne.

Ich war geschockt. Erst wollte sie es mir nicht erzählen weil sie dachte ich würde nicht damit klar
kommen und könnte schlechtes über sie denken. Sie merkte sofort das sich meine Stimmung
schlagartig änderte.

Als ich ihr während des Essens ihr dann viel Glück mit dem Neuen gewünscht habe und er sie
hoffentlich glücklicher macht als ich es konnte, kamen ihr die Tränen. All die Erinnerungen kamen
hoch. Ich musste meine Tränen unterdrücken und tue es auch jetzt noch während ich das hier schreib.

Ich kann nur nicht nachvollziehen wie schnell sie sich wieder neu verlieben konnte.
Sie meint, dass sie nichts dafür kann. Es hat sie getroffen und sie wollte es mir ja nicht
sagen weil ich sonst sehr traurig sein könne. Womit sie auch recht hat.
Sie wollte mich nicht verletzen. Sie dachte selbst, dass es nicht sein könne sich
so schnell wieder zu verlieben. Aber selbst ihre Therapeutin sagt, dass man sich
keine Zeiten setzen kann. Gefühle kann man nicht steuern. Sie sind einfach da.
Es gibt keine Gesetze darüber wie lange man nach einer Trennung alleine sein muss
um sich wieder verlieben zu können.

Jetzt sitze ich genau wie viele hier und schreibe über meine Probleme, die ich eigentlich
selbst verursacht habe. Ich dachte es gäbe noch eine letzte Chance, aber die kann ich
jetzt wohl begraben.

Ich weiß, dass es irgendwie weitergeht. Doch die neue Beziehung meiner Ex macht mir zu
schaffen.

In 2 Wochen habe ich zum 1. Mal einen Termin bei einen Psychotherapeuten weil ich
endlich wissen will wer ich bin und welchen Weg ich in Zukunft nehmen kann.

Danke Euch fürs lesen :S

Stonehenge
Faber est suae quisque fortunae.

2

Donnerstag, 11. November 2010, 20:45

Hallo Stonehenge,

Erstens glaube ich, dass die Situation keineswegs hoffnungslos ist, weil Deine Freundin offenbar gefühlsmäßig noch nicht mit Dir abgeschlossen hat, wenn sie mit Dir telefoniert, sich mit Dir trifft und sogar in Tränen ausbricht wegen Dir. Ob das mit dem Neuen etwas wird, bleibt abzuwarten, immerhin hat die Schulbekanntschaft trotz Schwärmerei Deiner Freundin damals nicht zu einer Beziehung geführt. Vor allem aber vertreibt eine neue Liebe die alte, zumindest hab ich diese Erfahrung gemacht. Wenn man richtig in jemand verliebt ist, ist einem der Ex gleichgültig, man hat keine Lust auf weiteren Kontakt mit ihm und bricht schon gar nicht bei dem Gedanken an die Vergangenheit in Tränen aus. Also, ruhig Blut, wart's erst mal ab.
Zweitens aber meine ich, dass Du Dir wirklich gut überlegen solltest, ob es gut ist, diese Beziehung wiederzubeleben. Es wird seinen Grund gehabt haben, warum Du Deiner Exfreundin wenig Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit geschenkt hast. Vielleicht hast Du sie doch nicht wirklich geliebt, jedenfalls hat irgendetwas nicht gestimmt, sonst wärt Ihr nicht getrennt. Überleg Dir gut, ob Du nicht lieber erst mal allein bleiben willst, aber offen für eine wirklich gut funktionierende Beziehung, oder ob Du etwas aufwärmen willst, was schon einmal nicht funktioniert hat. Dass Du jetzt traurig und verzweifelt bist, muß nicht unbedingt bedeuten, dass Deine Liebe so groß ist, das kann zu einem Gutteil auch daher kommen, dass das Unerreichbare besonders attraktiv ist. Es könnte gut sein, dass, wenn Ihr wieder eine Weile zusammen seid, dieselben Probleme wieder auftauchen, so einfach ändern sich Menschen nicht.

Alles Gute!
Irina

juergen

unregistriert

3

Donnerstag, 11. November 2010, 22:21

Hallo Stonehenge,

tut mir wirklich leid Deine Zeilen zu lesen.

Irina könnte recht haben mit ihrer Annahme, die Tränen Deiner Ex können leider auch einen anderen Grund beinhalten: Mitleid mit Dir!

Sie hat immerhin zwei Jahre mit Dir verbracht, da fällt es einem Partner meistens nicht leicht, die Wahrheit zu beichten. Natürlich besteht immer ein gewisses Risiko, in einer Krise einen andeen Menschen kennen zu lernen. Und gerade wenn man sich von seinem momentanen Partner nicht verstanden fühlt kann sich ein anderer anschleichen.

Nur, sind wir jetzt mal ehrlich, wenn die Liebe groß genug ist bekommt man rechtzeitig die Kurve und besinnt sich wieder. Das sehe ich momentan bei Deiner Ex nicht. Es kann aber auch sein, daß sie Dir nur einen kräftigen Warnschuss geben möchte. Hat sie denn schon "engeren" Kontakt zu ihm? Haben sie sich nur getroffen oder telefoniert oder war da schon eine gemeinsame Nacht? Das ist schliesslich ein himmelweiter Unterschied.

Wenn da schon mehr läuft dann lass sie ziehen. Auch wenn es sehr schmerzt und die Welt unterzugehen droht. Dann hat sie sich gegen Dich entschieden und ein Kampf um sie zieht Dich in den Abgrund.

Und bitte suche die Schuld nicht bei Dir! In jeder Beziehung läuft es mal nicht so gut, das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben.
Es ist halt nicht jeden Tag Sonnenschein. Aber man kann miteinander reden und an einer Beziehung arbeiten. Wenn Du Fehler gemacht hast, okay, hast Du eben Fehler gemacht. Aber keine Fehler die man nicht verzeihen könnte, über die man nicht reden könnte. Wenn sie das nicht will, wenn sie so schnell die Beziehung aufgibt und sich einen anderen nimmt, dann lass sie ziehen. Dann ist sie es nicht wert.
Und, dann wird sie es immer wieder so machen.

juergen

unregistriert

4

Freitag, 12. November 2010, 08:19

Ich habe ihr nicht genug Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit geschenkt.

Moin Stonehenge,

noch eines möchte ich Dir mit auf den Weg geben:

Es bringt nichts, sich über gemachte Fehler in der Vergangenheit den Kopf zu zerbrechen. Vielleicht hast Du all diese Fehler gemacht.
Vielleicht hast Du auch alles für sie gegeben und es hat ihr immer noch nicht gereicht. Wer weiss das schon.

Nur wenn man selbst das Gefühl hat nicht alles für eine Beziehung getan zu haben dann sollte man wenigstens daraus lernen.
Und es künftig besser machen. Denn jede negative Erfahrung im Leben, jeder Tiefschlag, hat auch positive Seiten.
Man lernt aus diesen Fehlern und macht es in künftigen Beziehungen besser.

Stonehenge

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5

Freitag, 12. November 2010, 10:51

Hallo Irina,

danke für Deine netten Zeilen. Gefühlsmäßig wird meine Ex noch nicht ganz abgeschlossen haben.
Sie ist aber ein sehr emotionaler Mensch, sodass ich diese Gefühlsregung während des gestrigen Gesprächs nicht überbewerten darf und will. Außerdem glaubt sie an das Schicksal. Und da der neue Freund eigentlich ein früherer Schulfreund ist, in dem sie sich damals verliebt hatte, kann ich mir gut vorstellen, dass sie an einem Wink des Schicksals glaubt und an ihrem neuen Freund festhalten wird.
Das sie mit mir telefoniert hat, lag auch daran, dass wir das so abgemacht hatten. Ich durfte sie nicht anrufen wegen ihres mittlerweile 9-jährigen Sohnes. Er sollte nicht leiden und ständig an mich erinnert werden wenn ich anrufe. Deshalb blieb es bei Anrufen von ihrerseits.

Ich werde die nächste Zeit erst einmal allein bleiben müssen und wollen weil ich für mich selbst he-rausfinden will wie es in meinem Leben weitergeht. Ich reflektiere mich seit fast 2 Monaten.
Und ich habe einige mögliche Antworten für mein Verhalten gefunden. Aber konkreteres erhoffe ich durch eine therapeutische Behandlung. Ich weiß dass ich alleine leben kann. Das habe ich in der Ver-gangenheit auch gelebt. Aber der Wunsch nach Zweisamkeit sollte immer vorhanden sein.
Denn ewiges Singledasein hat auch seine Schattenseiten.
Aber Du könntest Recht haben. Wenn eine Beziehung nicht funktioniert hat, dann würde ein zweiter Anlauf meist auch nicht gelingen.
Ich versuche ruhig zu bleiben aber das warten auf meine Ex hat sich für mich erledigt.
Ein weiteres Problem ist, dass ihr neunjähriger Sohn den Kontakt zu mir möchte ohne seine Mutter.
Er möchte mich sehen und mit mir etwas unternehmen. Meine Ex hat damit kein Problem und hat es mir sogar vorgeschlagen.
Ich selbst weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Der neue Freund wird in Zukunft immer präsenter sein und da soll ich mich mit dem Sohn treffen? Keine Ahnung wie das für meine Gefühlswelt funktio-nieren soll!?

Hi Jürgen,

ja, es kann sein das meine Ex Mitleid mit mir hat. Aber genau das ist es was ich nicht brauche. Mitleid.
Ein absolutes "no go".
Und Du siehst das vollkommen richtig. Ich denke auch das meine Ex mehr oder weniger mit mir abge-schlossen hat. Sonst würde sie nicht mit einem neuen einlassen. Ich denke schon dass der Kontakt schon etwas enger ist. Denn der "Neue" wusste, dass sie sich mit mir trifft. Also scheint schon ein gewisses Vertrauensverhältnis zu bestehen, was meiner Meinung nach sehr schnell ging nach knapp 2 Monaten! Ich glaube aber nicht dass sie schon eine Nacht miteinander verbracht haben. Das würde ich auch nicht wissen wollen.

Du hast ebenso Recht wie Irina. Ich muss sie ziehen lassen. Genau das werde ich tun auch wenn es mir das Herz zerbricht. Aber daran komme ich nicht vorbei. So ist das Leben eben!

Aber dennoch suche ich die Schuld bei mir, weil es nun mal meine Schuld war und ist.
Klar versuche ich mir irgendwann selbst zu verzeihen. Aber das dauert.
Aber mir bleibt nicht mehr viel Zeit mit meinen 45 Lenzen.

Auch Dir danke ich für Deinen Beitrag



Stonehenge
Faber est suae quisque fortunae.

juergen

unregistriert

6

Freitag, 12. November 2010, 11:04

Hey Stonehenge,

mach den Fehler nicht! Such die Schuld nicht bei Dir, das bringt Dich nicht weiter. Ich lese ja Deine Beiträge, Du bist mit Sicherheit kein Idiot und weisst wie man sich benimmt. Auch und gerade gegenüber einer Frau. Und wenn sie Dich idealisiert hat und sich selbst für Dich aufgegeben dann kann sie noch lange nicht gleiches von Dir erwarten.
Mit dem Neuen wird schon mehr laufen. Leider ist es doch so, dass die Meisten immer erst dann einen Abschluss finden wenn etwas Neues in trockenen Tüchern ist. Und dann wird das durchgezogen. Manchmal mit Mitleidstränen, manchmal einfach nur eiskalt und knallhart.

Aber eines kann ich Dir aus ureigenster Erfahrung sagen: Mit 45 ist das Leben noch lange nicht vorbei. Dachte ich auch mal. Heute bin ich 46 und mein Leben fängt jetzt erst richtig an.
Und die nächsten 50 Jahre werde ich noch richtig geniessen. ;)

Stonehenge

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7

Freitag, 12. November 2010, 15:54

Hi Jürgen,

danke für die aufmunternden und aufrichtigen Worte.
Ich weiß das zur Krisen in einer Beziehung immer zwei gehören. Zwar gebe ich hier im Forum Tipps, Ratschläge und meine Meinung ab
und diese entsprechen auch in der Tat meiner Natur. Doch zwischen dem was man tun sollte und letztlich umsetzt klafft manchmal eine
große Lücke. Deshalb weiß ich das ich Fehler begangen habe, die zwar nicht grotesk waren aber einer in Partnerschaft immerhin empfindlich
großem Schaden anrichten können.
Und hier bin ich anderer Meinung. Wenn man weiß das man Fehler begangen hat, sollte man die Schuld bei sich suchen um sich selbst zu reflektieren. Das kann nie schaden. Allerdings, und da bin ich wieder Deiner Meinung, sollte man sich nicht selbst kasteien und irgendwann mit der Trauer abgeschlossen und sich selbst verziehen haben. Aber das ist ein kleiner Entwicklungsschritt der seine Zeit braucht um zu reifen.
Gut Ding will hier also mal wieder seine Weile haben.

Das meine Ex so schnell wieder einen neuen Freund gefunden hat lag wohl auch an einem Zufall, denke ich. Denn eigentlich ist sie nicht der Typ dafür, dass sie sich schnell eine neue Partnerschaft sucht.
Trotzdem weiß ich natürlich nicht was sich wirklich abgespielt hat in den letzten 2 Monaten unserer Trennung oder vielleicht schon davor. Da ich sie ja seit der Trennung nicht mehr gesehen habe. Bis gestern eben.

Mit 45 ist das Leben noch lange nicht vorbei, schreibst Du. Naja, wenn der Udo mit 66 Jahren erst richtig angefangen hat, habe ich ja noch ein paar Tage. :S

Trotzdem, schön ist es in meiner Situation nicht. Und ich wünsche es keinem in eine solche zu geraten. ;(

Dir noch ein schönes Wochenende


Schönen Gruß


Stonehenge
Faber est suae quisque fortunae.

TheUpsideDown

unregistriert

8

Freitag, 12. November 2010, 20:21

Hi Stonehenge,

Du machst auf mich den Eindruck, die Umstände mit einem klaren Blick zu betrachten. Natürlich hilft das gegen den akuten Schmerz wenig. Es liegt einfach in der Natur der Liebe und dieses Tal des Verlustes muss mühsam durchwandert werden.

Ich sehe es so wie Du: Bei der Suche nach den Ursachen einer gescheiterten Beziehung sollte man auf keinen Fall bei sich selbst aufhören. Denn die Konstante, mit der man Leben muss, ist man selbst. Im Zweifel wechseln die Lebenspartner - vor sich selbst kann man aber kaum fliehen.

Du bist um eine weitere Erfahrung "reicher". Schmerzvoll ist sie allemal, aber das ist das Risiko, welches man immer eingeht, sobald man sein Herz öffnet. Somit gehört es alles zum "Spiel". Du hast geliebt und es ist nicht so ausgegangen, wie es vielleicht ausgehen hätte sollen.

Nimm Dir Zeit für Dich selbst, versuche eine Balance zwischen Zeiten zu finden, in denen Du Dich damit beschäftigst, es verarbeitest und wieder andere, wo Du dieses Thema völlig ausblendest.

Es ist auch sehr gut, dass Du einen Psychotherapeuten hinzugezogen hast. Das wird den Weg zur Selbstfindung ungleich erleichtern.

Leider finde ich keine wirklich tröstlichen Worte. Ich kann Dir nur sagen, dass ich um Deinen Schmerz weiß und er mit der Zeit nachlässt.
Beste Grüße
tud

juergen

unregistriert

9

Freitag, 12. November 2010, 22:07

Zitat

Doch zwischen dem was man tun sollte und letztlich umsetzt klafft manchmal eine
große Lücke. Deshalb weiß ich das ich Fehler begangen habe, die zwar nicht grotesk waren aber einer in Partnerschaft immerhin empfindlich
großem Schaden anrichten können.
Und hier bin ich anderer Meinung. Wenn man weiß das man Fehler begangen hat, sollte man die Schuld bei sich suchen um sich selbst zu reflektieren.
Prinzipiell bin ich da bei euch, natürlich sollte man nicht so selbstverliebt sein zu denken alles richtig gemacht zu haben.

Nur, fehlerlos ist niemand! Wir sind Menschen, durch unser Handeln und Tun entstehen auch Fehler. .
Wenn während einer Partnerschaft Fehler gemacht werden dann sollte der Partner fair und ehrlich genug sein dieses auch offen anzusprechen. Und nicht einfach nichts sagen, abwarten und Konsequenzen ziehen. Genau dies liest man hier doch immer wieder.

Meiner Meinung nach ist es immer wieder das gleiche Dilemma. Es wird gerade in einer Partnerschaft über die Partnerschaft geredet.
Wenn man sich kennenlernt gehört die ganze Aufmerksamkeit dem neuen Partner. Und am Ende der Beziehung auch. Zumindest reagiert dann derjenige der verlassen wird. Aber dazwischen redet man kaum.
Und genau dies ist meine persönliche Konsequenz. Ich bin der Typ, wenn mir was nicht passt dann sage ich es. Und gleiches erwarte ich von meiner Partnerin. Dann kann jeder auf das Gesagte reagieren. Und wenn es dann trotzdem schief geht kann keiner sagen man habe es nicht wirklich versucht. Aber viel zu viele Paare trennen sich mangels ausreichender Kommunikation.

Wie war es bei Dir Stonehenge? Hat sie Dich darauf aufmerksam gemacht was ihr bei dir fehlt oder waren es eher versteckte Andeutungen?

10

Freitag, 12. November 2010, 23:54

Hallo Stonehenge,

Warum hast Du denn Deiner Exfreundin zu wenig Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit geschenkt? Wenn Dir einfach nicht danach war, kann man überhaupt nicht von Schuld sprechen, denn was sind schon Zärtlichkeiten wert, zu denen Du Dich zwingen mußt? Dann hat eben irgendetwas nicht gestimmt, Ihr habt nicht zusammengepaßt. Ich nehme an, Du hast sie nicht absichtlich gequält.
Und zum Thema Schicksal: Hat sie ihn oder er sie bei Stayfriends gesucht bzw. angeschrieben?
Und was ist das mit dem Sohn, Du darfst, um ihn nicht zu irritieren, nicht bei ihr anrufen, ihn aber sehr wohl treffen? Das versteh ich nicht.
Das mit dem Kontakt zum Sohn ist eine schwierige Frage, vor allem, wenn Du ihn gern hast. Ich glaube, mir persönlich wäre das zuviel, mit einem Kind spielt man nicht. Wenn Du anfängst, mit ihm allein etwas zu unternehmen, kannst Du nicht einfach den Kontakt abbrechen, wenn es Dir dann vielleicht doch zeitlich oder emotional zu viel wird. Und Du wirst viel länger brauchen, Dich von ihr zu lösen. Aber das mußt Du wissen, Du kennst den Bub, ich würde ihm nur keinesfalls irgendwelche Hoffnungen machen, die Du dann enttäuschen mußt.

Viele Grüße
Irina

juergen

unregistriert

11

Samstag, 13. November 2010, 10:02

Die Sache mit dem Sohn Deiner Ex ist natürlich sehr schwer zu beurteilen.

Ich an Deiner Stelle würde mich durchaus weiterhin mit ihm treffen. Der Junge ist 9 Jahre alt und er kann für den ganzen Scheiss nichts. Und das er Dich weiterhin sehen will zeigt doch nur wie sehr er momentan noch an Dir hängt. Weisst Du, das wird sich von ganz alleine erledigen. Das geht noch eine gewisse Zeit bis der Junge auch loslassen kann. Gib sie ihm. Er ist ein Kind.
Nur zwei Sachen noch:
Die Versuchung den Jungen dann auszufragen wegen seiner Mutter und ihres Neuen ist natürlich gross. Unterlieg ihr nicht.
Und lass Dir den Jungen nicht "auf`s Auge" drücken damit sie mehr Zeit für ihren lover hat.

Ansonsten würdest Du nicht nur dem Jungen Dein grosses Herz zeigen wenn Du ihm auch weiterhin die Möglichkeit gibst Dich zu sehen.


Lass den Kopf nicht hängen stone. 45 ist ne Ansage, okay, aber noch lange nicht das Ende. Es ist unglaublich, welche Möglichkeiten sich in diesem Alter noch ergeben können. Erfüll Dir einen Wunsch, lebe Deinen eigenen Traum. Es gibt immer einen Menschen auf dieser Welt der diesen Traum mit Dir leben möchte.

Stonehenge

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12

Samstag, 13. November 2010, 10:22

@ Tud

auch wenn am Ende jeder für sich alleine kämpfen muss mit seinen Gefühlen der Trauer, Angst Verzweiflung, Wut und dem nicht loslassen wollen so helfen die Beiträge von Euch doch einigermaßen. Auch wenn es nur Gleichgesinnte übers Internet sind.

Ja ich sehe alles mit klarem Verstand doch die Gefühlswelt steht zurzeit im ständigem Kampf mit ihm und lässt ihn manchmal an schlimme Taten denken.
Mein Verstand sagt mir das es weitergehen wird. Meine Gefühlswelt hält immer wieder dagegen und versucht mich aus dem Gleichgewicht zu bringen und mir jeden Lebensmut zu rauben. Die Gefühle bringen mich um den Verstand. Es ist wie ein brutaler Kampf mit Dämonen.
Ich wache morgens mit ihnen auf und gehe abends mit ihnen ins Bett.
Bis zur ersten Therapiesitzung sind es noch 12 Tage. Ich hoffe ich halt durch weil ich mir etwas davon verspreche.

Danke auch Dir für Deine ehrlichen und hilfreichen Worte
Faber est suae quisque fortunae.

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13

Samstag, 13. November 2010, 10:23

@ Jürgen

richtig, fehlerlos ist niemand. Das Problem in der heutigen Gesellschaft ist doch, dass es uns einfach gemacht wird sich von einem Partner zu lösen ohne um ihn zu kämpfen. Die Welt ist groß, die Anzahl der Singles steigt ständig, die Auswahl ebenso.

Gerade die Rolle der Frau hat sich in den letzten 40 Jahren gewandelt. Das ist gut so, hat aber auch seine Schattenseiten.
Denn die Frauen sind es, die immer unabhängiger werden und der Mann muss sich immer mehr der Emanzipation beugen.
Seine Rolle des "starken" Geschlechts schwindet mehr und mehr. Das Modell "Mann" aus den Vergangenheit der letzten 50 Jahre hat ausgedient.

Was ich in den meinen wenigen Beziehungen festgestellt habe ist, dass viele Frauen eine seltsame Einstellung haben.
Sie warten erst einmal eine zeitlang ab wie der Mann charakteristisch ist. Sie leben erst einmal damit um zu sehen wie er sich in einer Partnerschaft entwickelt. Wenn dann im Laufe der Zeit einige seiner Macken zu Tage gefördert werden, wird von Seiten der Frau nur geschaut und gelegentlich gibt es einen Kommentar. Der Mann muss diese beiläufigen Bemerkungen natürlich voll zur Kenntnis nehmen und muss nun anfangen zu grübeln was seine Partnerin wohl damit gemeint hat. Es ist wie eine Art Rätsel. In der Art: "Wenn Du nicht drauf kommst, bist Du selber schuld"!
Die Frau merkt nach und nach, dass der Mann ist wie er ist und weiß, dass sie damit nicht leben kann. Statt aber diese "Schwächen" konkret auf dem Punkt zu bringen, werden entweder immer weiter "Da Vinci Codes" ausgegeben oder aber die Beziehung beendet, frei nach dem Motto:
"Er ist wie er ist und wird sich sowieso nicht ändern". Das gilt natürlich nicht für alle Frauen oder alle Partnerschaften.

Das Problem: die fehlende Kommunikation und falsche Signalsetzung von beiden Seiten. Warum ist das so? Weil wir es vermutlich verlernt haben einander zu hören und aufeinander zuzugehen statt einfach den Alltag zu leben. Es fehlt am nötigen Verständnis, Respekt und Toleranz von beiden Seiten. Dazu kommen die immer höher geschraubten Erwartungen und Anforderungen. Die Frauen suchen Sicherheiten, die sie aber genau wie der Mann, nie bekommen werden. Sie glauben an den Prinzen auf dem weißen Pferd. Und wenn er sich dann als "Normalo" entpuppt wird es schnell zur Enttäuschung. Und da haben die Frauen es naturgemäß etwas leichter auf dem Singlemarkt. Der Mann als vermeintlicher Jäger, und die Frau, die sich trotz aller Emanzipation nach altem Muster erobern lassen will. Und so beginnt das Spiel von neuem.

Bei mir war es so, dass ich ihr von Anfang an reinen Wein eingeschenkt hatte. Ich wollte ursprünglich keine Beziehung mit einer Frau eingehen.
Mir hätte eine Frau gereicht, mit der ich mich für die Freizeitgestaltung treffen könnte. Natürlich ist das unrealistisch weil man Gefühle nicht kontrollieren oder steuern kann.
Und am ersten Tag unserer Begegnung habe ich mich auch nicht in sie verliebt. Auch das wusste sie. Aber sie verliebte sich trotzdem in mich.
Meine Liebe zu ihr kam erst viel später weil ich sie nicht annehmen wollte oder konnte. Sie hat mir ohne Ende den Hof gemacht, wollte mich jeden Tag sehen, hat mich ständig angerufen und mir Mails geschickt. Anfänglich dachte ich das sie "klammert". Auch das habe ich ihr gesagt.
Was mich aber von Anfang an gestört hat, war, dass sie die Feiertage wie Heiligabend, Ostern und die Geburtstage des Sohnes immer mit ihrem Noch-Ehemann gefeiert hat. Ich konnte natürlich nicht dabei sein und durfte erst dazu kommen wenn die Ex-Schwiegermutter mit Freund und der Noch-Ehemann endlich gegangen waren. Ich war in dieser Hinsicht immer das Schlusslicht. Ihre Begründung: Sie tat es aus Rücksicht für ihren Sohn.

Ich habe ihr vorgeworfen, dass ich mich benachteiligt fühle. Schließlich wäre ich ihr neuer Freund aber der Noch-Ehemann steht bei solchen familiären Anlässen trotzdem immer an erster Stelle. Ich wusste nicht was ich zu diesem Zeitpunkt denken sollte und war traurig und verärgert.
Es kam dadurch auch zum Streit. Heiligabend war ich dann im ersten Jahr unserer Beziehung allein zu Hause. Ich muss dabei sagen, dass sie erst 3-4 Monate vorher aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist weil sie von ihrem Ex betrogen wurde und er Alkoholkrank ist.

Dazu kam, dass ich immer mehr Gefühle für sie entwickelt habe. Wir merkten, dass wir in vielerei Dingen zueinander passten. Auch in sexueller Hinsicht. Ich fühlte mich immer mehr zu ihr hingezogen. Daraus wurde eine Wochenendbeziehung. Sie wollte aber irgendwann mehr als nur eine Wochenendbeziehung was ich nachvollziehen konnte. Schließlich kannte ich mittlerweile ihren Sohn und wir verstanden uns wunderbar.
Sie konnte sich schon in den ersten Wochen vorstellen mit mir zusammen zu ziehen. Aber das war für mich gar nicht vorstellbar weil ich selber auch erst seit einem halben Jahr erst meine neue Wohnung bezogen hatte. Meine Trennung von meiner Ex war auch nicht lange her, doch ich
habe diese schon lange verarbeitet gehabt weil ich damals verletzt und verarscht wurde.

Ein weiteres Problem war, dass sie mir in den ersten Monaten fast jedesmal zu den Wochenenden die Ohren vollgeheult hat wegen ihrem Noch-Mann. Anfänglich habe ich auch immer zugehört und sie getröstet. Doch es hörte nicht auf bis ich ihr dies gesagt habe.
Wir hatten nur die Wochenenden und ich musste mir immer neue Geschichten von ihrem Mann anhören. Das ging auf die Nerven.
Mich beschlich manchmal das Gefühl, dass sie mit der Trennung von ihrem Mann seelisch noch nicht abgeschlossen hatte und war erstmals misstrauisch. Wer weiß ob sie sich nicht doch wieder mit diesem Mann einlassen würde, mit dem sie ja immerhin schon 10 Jahre zusammen war, ein Kind hatte und auch noch verheiratet ist.

Vielleicht waren dies die Gründe warum ich sie so behandelt habe. Trotzdem musste ich feststellen, dass sie im Nachhinein eine sehr emtionale, liebe und ehrliche Frau ist. Denn zu ihrem Mann ist sie ja nie zurückgekehrt. Die letzten Monate unserer Beziehung waren von Streits meinerseits geprägt. Es lag vielfach an ihrem Sohn auf dem wir viel Rücksicht genommen haben. Ich konnte sie bei Ausflügen nicht so behandeln wie ich es gerne gewollt hätte weil der Sohn sehr eifersüchtig reagiert hat. Sein Daddy war eben immer die Nummer eins und so wollte er nicht, dass ich z.B. seine Mutter umarme oder küsse. Was auch aus Sicht des Jungen verständlich war.

Darüber haben wir aber zu wenig wenngleich gar nicht gesprochen. Die Probleme wurden nie richtig angepackt. Es waren mehr Streitereien, Unverständnis, Sturheit von beiden Seiten und letztlich verloren wir uns beide.

Die Sache mit dem Sohn: ein befreundetes Pärchen von mir meinen, ich solle mit dem Sohn auf jeden Fall Kontakt aufnehmen wenn der Sohn das möchte. Erwachsene hätten oft die Eigenschaft, Kindern ihre eigenen Vorstellungen einzutrichtern. Soll heißen, dass wir als Erwachsene auf die Wünsche der Kinder eingehen sollten. Denn diese wüssten oft selbst was ihnen gut tut. Erwachsene sind daher zu sehr in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen um die Gefühlswelt der Kinder richtig zu interpretieren.

Stonehenge
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14

Samstag, 13. November 2010, 10:25

@ Irina

nein ich würde nie einen Menschen quälen wollen. Im Gegenteil. Ich möchte das es meinem Partner gut geht und das er sich an meiner
Seite wohlfühlt. Nichts liegt mir ferner als einen Menschen, besonders den eigenen Partner, unglücklich zu machen. Doch die Verkettung unglücklicher Ereignisse haben dazu geführt, dass ich es nicht geschafft habe meine Ex- Freundin zu halten. Das werfe ich mir vor.
Ich war nicht in der Lage meine Ex- Freundin wirklich zu erkennen. Und deshalb bin ich jetzt in einer trostlosen Lage. Einen Teil der Geschichte kannst Du ja oben lesen.

Es fällt mir sehr schwer mit diesem Kreuz zu leben. Ich hätte meiner Ex- Freundin mehr Verständnis, Liebe und Toleranz entgegenbringen müssen.
Genauso wie es sein sollte. Ich habe versagt und das bedauere ich zutiefst. Zumal der Sohn ebenso darunter zu leiden hat.
Ich habe Unrecht getan und weiß nicht wie ich es wieder gut machen kann. In den letzten Wochen unserer Partnerschaft habe ich es geschafft meine wahre Natur zu zeigen. Sie spürte meine positive Veränderung und den Schmerz der damit verbunden war. Es war der Schmerz, dass sie diese positiven Veränderungen nicht mehr an sich heranlassen konnte. Die Zeit des Verständnisses, des Kampfes um Liebe und der Rücksichtnahme ihrerseits war abgelaufen. Sie musste zum Schutz für sich und ihren Sohn die Beziehung beenden.

Ich kann ihr nicht mehr meine Liebe schenken und alles wieder gut machen. Das macht mich fertig.

Ich weiß, dass ich mich auf einen schmalen Grat bewege wenn ich mit dem Sohn den Kontakt aufrecht erhalte. Das muss ich mir wohl überlegen.
Denn wenn ich den Kontakt eingehe muss ich mit all den Konsequenzen, die daraus resultieren, leben. Denn der neue Freund wieder früher oder später allgegenwärtig sein. Ob ich damit klar komme weiß ich nicht. Denn der leibliche Vater hat sich nie richtig um seinen Sohn gekümmert.
Dei Rolle des Vater wird dann irgendwann der neue Freund übernehmen und ich werde unweigerlich mehr und mehr verschwinden müssen.
Dessen muss ich mir bewusst werden.

Danke Dir für Deine Anteilnahme.


Stonehenge
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juergen

unregistriert

15

Samstag, 13. November 2010, 10:35

Stonehenge,

ich habe jetzt nicht alles durchgelesen weil mir die Zeit heute fehlt aber die ersten Absätze haben mir schon gereicht. Deine Denkweise und Deine Vermutungen decken sich sowas von eins zu eins mit den meinen, das ist schon fast unglaublich. Und es bestätigt mich immer mehr darin dass ich richtig liege mit meiner eigenen Denkweise.

Deinen Beitrag habe ich mir ausgedruckt, ich möchte ihn in einer ruhigen Minute komplett lesen und werde Dir nächste Woche sehr ausführlich darauf antworten. Du triffst es sowas von auf den Punkt.

Lass den Kopf nicht hängen Mann. Die Therapie wird dich nach vorne bringen, keine Frage. Aber auch die Zeit arbeitet für Dich.

Ich wünsche Dir trotz Deines Schmnerzes ein schönes we.

16

Samstag, 13. November 2010, 16:31

Hallo Stonehenge,

ich habe deine Einträge hier und bei den anderen, denen du seit den letzten Wochen geschrieben hast, ein wenig mitgelesen. Ich möchte dir gerne ein paar Worte und meinen Eindruck dazu sagen.

Du hast auf mich von Beginn an sehr hart auf mich gewirkt und ich habe mir schon fast gedacht, dass da noch mehr dahinter steckt, denn ich habe irgendwie deine Geschichte hier vermisst. Du kämpfst mit dir seit 2 Monaten und nachdem ich jetzt deine Geschichte kenne, ist mir auch klar geworden, wieso du so schreibst.

Du bist verletzt, gekränkt und im tiefsten Schmerz liegt die Seele offen. Und das solltest du jetzt für dich nutzen und diesen harten Weg (entschuldige bitte) verlassen und endlich der werden, der du wirklich bist. Klar erfordert es auch mal der (Arbeits-) alltag, dass man durchgreifen muss - aber muss man(n) das auch im Privatbereich tun? Vorallem, wo das Herz ganz im geheimen eine andere Sprache spricht?

Geh in dich und du wirst mit der Zeit einen neuen Menschen in dir selber finden. Nämlich den, der du wirklich bist.

Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu direkt, aber ich habe nur versucht meinen Eindruck zu vermitteln.

Ich wünsche dir viel Erfolg und Glück auf deiner Suche nach dir selbst und ich bin der festen Überzeugung, dass du den richtigen Weg gehen wirst.

Liebe Grüße, marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

Stonehenge

Schüler

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17

Samstag, 13. November 2010, 18:08

Hi Marlene,

danke für Dein ehrliches Statement.

Ja ich arbeite seit 2 Monaten an meiner Trauer und versuche den Alltag zu bewältigen. Bis vor zwei Tagen ist mir das auch
gut gelungen.

Jetzt, da ich weiß, dass meine Ex- Freundin einen neuen Freund hat, weiß ich das ich auf ganzer Linie verloren habe.
Es hat mir einen Stich in den Tiefsten meiner Seele gegeben. Damit komme ich auf Dauer nicht klar.
Das traurige daran ist, dass meine Ex- Freundin ein glückliches Leben verdient hat. Denn sie ist eine Frau, die ehrlich zu sich selber ist,
Liebe schenken kann und weiß was sie will. Ich habe ihr all das nicht geben können. Sie wird mit dem neuen Freund mit Sicherheit
eine bessere Beziehung führen als mit mir, da bin ich mir sicher.
Ich hoffe auch, dass ihr Sohn mit dem neuen Freund zurecht kommt und sie alle drei eine glückliche Familie werden.

So schmerzlich es ist, aber ich habe all das nicht verdient. Ich werde bald in der Hölle schmoren und nur noch von Dämonen
umgeben sein. Das Einzige was mir bleibt ist, dass ich einmal geliebt wurde.

All jenen, denen ich in den letzten Wochen geschrieben habe, wünsche ich das es ihnen besser gehen werde.
All meine Grundsätze und mein positives Denken welches ich vermitteln wollte - ist gewichen. Es ist bedeutungslos geworden.

Ich hoffe das ich die Kurve noch rechtzeitig kriege.

Wenn nicht - Der Fährmann wartet schon . . . :diablo:

Stonehenge
Faber est suae quisque fortunae.

18

Samstag, 13. November 2010, 20:09

Hallo,

mit Interesse habe ich deine Geschichte durchgelesen.
Ich denke deine Ex-Freundin ist gerade in einer Verarbeitungsphase und als Sie dich wieder gesehen hat kamen in ihr gedanken hoch, schöne Erinnerungen.

Ich denke mal das du ihr nicht immer zu wenig Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit gegeben hast.
Also hat sie auch noch die schönen Momente im Kopf, nach 2 Monaten denke ich auch nicht das Sie die Trennung zu dir schon wirklich überwunden hat.

Allerdings denke ich auch das ein wiederaufleben lassen der Beziehung nicht wirklich zu einem dauerhaften zusammen bleiben führt.

Ich kann dir aus meiner Sicht berichten das es bei meiner Freundin so war das sie ihrem Mann öfters die Chance gegeben hat und sich immer wieder nach dem kurzen aufflakern der Alltag wieder in die Beziehung eingeschlichen hat.

Klar tut so eine Trennung nach 2 Jahren sehr weh, eine Beziehung der gleichen Dauer ist vor 3 Jahren bei mir auch in die Brüche gegangen. Aber ich hab mir nach der Trennung einen Zettel genommen und mir meine Fehler aufgeschrieben und darunter noch geschrieben "Ich habe Fehler gemacht, aber ich kann mir verzeihen!", diesen Zettel hab ich dann genommen und ihn dann verbrannt. Das hat mir ungemein geholfen das ganze zu verarbeiten und loszulassen, denn das loszulassen ist das schwierigste an allem und vielleicht wird deine Freundin ja mit ihrem neuen Partner wirklich glücklich auch wenn sie im Moment noch an eurer Trennung zu knabbern hat, was offensichtlich ist.

19

Sonntag, 14. November 2010, 01:49

Lieber Stonehenge,

ja ich kann dich mehr als gut verstehen und ich kann deinen Schmerz mehr als nur nachvollziehen. Lies dir mal meine Geschichte durch (20 Jahre und ich hab ihn verloren).

Ich dachte auch ich pack es nicht mehr. Der einzige Unterschied bei euch, die Trennung war schon vollzogen.

Du kannst dir nicht vorstellen, nochmal so zu lieben? Doch, du kannst es. Geh in dich und versuche, dass du auch mal eine Zeit alleine Leben kannst. Du wirst nach einigen Wochen/Monaten eine Veränderung in dir spüren.

Ich denke mittlerweile, dass derjenige, der auch mal alleine sein kann, auch Lieben kann, ohne Machtkämpfe und ohne sich verstellen zu müssen. Der Blickwinkel wird ein anderer. Zumindest hab ich es so erlebt.

Mit jedem Tag wo ich alleine war, ist die Angst weniger geworden und mein Selbstbewusstsein gewachsen. Ich muss aber auch gestehen, es war mehr als harte Arbeit an mir selber. Immer wieder von Rückschlägen und tiefen Löchern geprägt. Jedoch sind irgendwann die Rückschläge und tiefen Löcher in immer größer werdenden Abständen gekommen.

Heute blicke ich zurück an die schöne Zeit mit ihm und wenn ich in mich rein höre, spüre ich keine Gefühle mehr für ihn. Nur Dankbarkeit für mein neues Leben.

Alles kommt und geht zu seiner Zeit.

Ich wünsche dir sehr, dass du auch bald an diesem Punkt ankommst. Nur solange die Angst oder die Wut dein Partner ist, wirst du innerlich nie die Zufriedenheit erreichen, die du dir so sehr erhoffst.

Nein Stonehenge du hast das nicht verdient – niemand hat sowas verdient. Aber es liegt an dir, dir selbst in den Hintern zu treten und wieder aufzustehen.

Wenn ich dir mit meinen Zeilen ein wenig helfen konnte wäre das schon ein kleiner Schritt nach vorne.

Und die letzten 4 Absätze deiner Zeilen will ich nicht gehört und gelesen haben, denn weiß, dass du die Kurve kriegst.

Bis bald und ganz liebe Grüße

marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

TheUpsideDown

unregistriert

20

Sonntag, 14. November 2010, 13:17

Hi Stonehenge,

Meine Gefühlswelt hält immer wieder dagegen und versucht mich aus dem Gleichgewicht zu bringen und mir jeden Lebensmut zu rauben. Die Gefühle bringen mich um den Verstand. Es ist wie ein brutaler Kampf mit Dämonen.

Hier schrillen bei mir etwas die Alarmglocken. In einem Deiner Beiträge hast Du auch geschrieben, das im Zweifel der Fährmann warten würde. (Vielleicht höre ich auch schon die Flöhe husten ... Aber sicher ist sicher.)

Natürlich sind es teils sehr einscheidende Erfahrungen, die man macht - die einen auch verändern - wenn eine Liebe vergeht.
Aber den Lebensmut darf einem das nicht rauben dürfen. Man versperrt sich die Möglichkeit, dieses Gefühl jemals wieder fühlen zu können - jemals wieder einen Menschen in den Armen zu halten, zu dem man echte Nähe fühlt.

Auch für mich wird es Menschen geben, die ich wahrscheinlich niemals vergessen werden kann, die auf meinem Herzen ihre Spuren hinterlassen haben. Einige als Narbe, bei anderen durchfährt mich ein Gefühl der Wärme.

Trotzdem darf man sich nicht entmutigen lassen. Denn eine Suche endet immer erst, wenn man findet.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mach keinen Unsinn. :)

Nach dem Regen kommt meist die Sonne. Selbst wenn nicht, umso mehr es regnet, umso mehr steigen die Chancen, dass die Sonne hervorkommt ... Sagt jedenfalls das Gesetz der Wahrscheinlichkeit. :)


Ich wache morgens mit ihnen auf und gehe abends mit ihnen ins Bett.
Bis zur ersten Therapiesitzung sind es noch 12 Tage. Ich hoffe ich halt durch weil ich mir etwas davon verspreche.

Danke auch Dir für Deine ehrlichen und hilfreichen Worte

Das man sich gerade morgens und Abends bescheiden fühlt, ist völlig normal. Da hat der Verstand wenig Vorlauf gehabt, die Gefühle zu zähmen. Aber auch das lässt nach. Man muss sich Tag für aufs neue durchschlagen und je tiefer die empfundenen Gefühle waren, desto länger dauert es.

Halt die Ohren steif!
tud

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