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Samstag, 23. Oktober 2010, 20:38

Die Ex und die Neue

Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll.
Ich lernte meine (Ex)-Freundin vor ca. 2 Jahren im Internet kennen. Sie war damals 29, ich 25. Sie war vorher noch nie mit einer Frau zusammen, war sogar verheiratet und hat einen inzwischen 7-jährigen Sohn. Ein paar Monate bevor wir uns kennen gelernt haben war sie mit Freunden zum ersten Mal in einem Homo-Club und sah dort ein 22-jähriges Mädchen, dass sie vom ersten Moment an faszinierte und sie dazu brachte sich vor Familie und Freunden zu outen. Das Mädchen war zu dem Zeitpunkt allerdings in einer Beziehung und wohnte 350km entfernt. Sie hatten telefonischen Kontakt, haben sich seit dem Abend aber nie wieder gesehen.
Dann, ca. 3 Monate später trat ich in ihr Leben. Es war der Himmel auf Erden. Wir waren beide dermaßen verliebt ineinander dass wir kaum einen Tag ohne die andere verbringen konnten. Auch sie meinte, sie hätte so etwas noch nie erlebt. Nach 7 Monaten sind wir dann zusammen gezogen. Es lief eigentlich alles ganz gut, nur befürchte ich wir hatten uns etwas zu viel zugemutet. Ihr Sohn war immer sehr eifersüchtig auf mich gewesen und als er dann in die Schule kam fingen die Probleme mit ihm an. Bei ihm wurde ADHS festgestellt, also versuchten wir die Situation mit dem Plan „Rituale“ wieder in den Griff zu bekommen. Wir versuchten jeden Tag zur gleichen Zeit zu Essen, mit ihm die Hausaufgaben zu machen, baden etc. Bzw. ich. Das Problem bei meiner Ex-Freundin war immer, dass sie eigentlich nicht bereit für ein Kind war. Sie wollte ihr Leben ausleben, viel ausgehen und Party machen. Ich versuchte ihr immer wieder klar zu machen, dass das nicht ginge, da sie jetzt Verantwortung übernehmen musste nur so wirklich zufrieden war sie damit nicht wie ich befürchte. Das war der Hauptpunkt der unsere Beziehung belastete. Ich war immer die Vernünftigere. Im nachhinein muss ich feststellen, das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Der andere Grund war immer das 22-jährige Mädchen. Sie hatten immer noch Kontakt und ich wusste dass sie immer genau das Verkörperte was mir fehlte. Sie war ein fröhlicher, sorgloser Mensch der sein Leben lebte, jenseits von jeglicher Verantwortung. Genau das was sich meine Ex-Freundin so sehnlichst wünschte. Ich konnte ihr Sicherheit bieten, ein harmonisches Leben und Geborgenheit. Und Liebe. Unser liebevoller und respektvoller Umgang miteinander war beispiellos. Sie sagte selbst – auch heute noch – sie war noch nie so glücklich wie mit mir. Weil ich ihr, trotz dem Kind, ein schönes Leben bieten konnte.

Dann kam Tag X. Sie war unzufrieden weil es mit ihrem Sohn nicht gut lief und sie im Büro stress hatte und mit allen Terminen und Verantwortungen überfordert war. Sie hatte einen Burnout-Anfall, ständig Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. So kam es bei uns öfter zum Streit, weil ich sie zu Ruhe verdonnern wollte, sie sich aber trotzdem ständig immer mehr zumutete. Tag X war das Wochenende an dem sie sich mit dem Mädchen treffen wollte. Sie versicherte mit immer wieder es wäre nur Freundschaft und ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Was sollte ich tun, schließlich konnte ich es ihr nicht verbieten. Außerdem versicherte sie mir sie würde sie nicht alleine treffen sondern hätte immer eine Freundin dabei. Sie kam wieder und es stellte sich raus, dass sie sich doch allein getroffen hatten. Ich war sauer und es kam wieder zum Streit. In einer Kurzschlussreaktion fuhr sie mitten in der Nacht wieder zu ihr. Die Zeit danach war die Hölle. Ich wusste nicht was los war und warum sie sich so abweisend verhielt. Irgendwann gestand sie mir, es wäre an dem Tag was zwischen den beiden gelaufen. Und sie hätte sich in sie verliebt. Die Trennungsphase ging ein paar Wochen. Sie konnte sich nicht zwischen uns entscheiden. Sie wollte mich nicht verlieren, hatte aber auch Gefühle für die andere. Irgendwann nach einigen Wochen hin und her hatte ich keine Kraft mehr. Ich trennte mich von ihr und zog zu meinem Dad.

Das ist jetzt 7 Monate her. Ich schaffe es nicht den Kontakt zu ihr ganz abzubrechen. Ich weiß, seither trinkt sie jeden Abend mindestens eine Flasche Wein, ist ständig auf Partys (dazu muss ich sagen, sie ist nicht konfliktfähig – immer wenn es Probleme gibt läuft sie erst mal davon und versucht die Probleme zu verdrängen) und mit ihrem Sohn gibt es auch immer noch Probleme. Finanziell packt sie die Situation auch nicht. Die Wohnung ist für sie allein zu teuer, ihr Auto ist in letzter Zeit ständig in Reparatur und sie ist auf sich alleine gestellt. Denn das Mädchen sieht sie nur alle 1-2 Wochen durch die Entfernung worunter sie sehr leidet. Sie weint abends oft und wie sie mir selbst sagt, ist sie nicht glücklich. Das letzte Mal war sie es mit mir. Sie lobt mich und unsere Beziehung auch immer in höchsten Tönen. Aber sie will nicht zurück. Weil sie die andere liebt.

So, im Grunde weiß ich ich sollte mit ihr abschließen und neu anfangen. Doch es fällt mir wahnsinnig schwer sie ihrem Schicksal zu überlassen. Ich verstehe sie einfach nicht! Wenn sie so unglücklich ist, ist Liebe wirklich Grund genug das alles zu ertragen? Durch ihren Alkoholkonsum und den Schlafmangel kann es nicht mehr lange dauern bis sie zusammenbricht. Ich finde es erstens verantwortungslos ihrem Kind gegenüber und vor allem auch sich selbst. Kann Liebe einen wirklich dazu bringen sein komplettes Leben gegen die Wand zu fahren?

Ich weiß nicht was ich tun soll. Soll ich kämpfen und hoffen dass sie vielleicht wieder zur Vernunft kommt oder habe ich schon lang verloren?

Sandra

Teufelchen

unregistriert

2

Sonntag, 24. Oktober 2010, 05:25

Hallo Sandra,



ohh da hast Du ja eine ganz schön harte Zeit hinter Dir bzw steckst Du auch immernoch wahnsinnig drin.Aber so wie Du Deine Ex beschreibst, hat sie mit sich selbst sehr viele Probleme.Ist mit sich selbst nicht im reinen.Und ich behaupte mal, daß da auch der Knackpunkt liegt.So wie Du eure Beziehung beschreibst, war das einfach die Bezihung, die man sich wünscht um glücklich zu sein.Sie hat das auch genossen, aber war dennoch unzufrieden.Aber das lag nicht an Dir oder an der anderen Frau, die so weit weg wohnt, sondern das lag einfach nur an ihr.

Sie zieht ein Leben vor, was ständig Turbulenzen und ungewißheit bietet vor, statt ein Leben, dass Sicherheit und begorgenheit bietet.Wieso weshalb warum kann hier natürlich niemand sagen.Das kann viele Ursachen haben.Erfahrungen, die sie gemacht hat.

Fakt ist aber, dass Du ihr in diesem moment nicht helfen kannst.Denn sie will das ja so und möchte sogesehen keine hilfe.Also fang doch bitte an, nur an Dich zu denken.Denn Du hast sehr gelitten und das soll doch wieder heil werden.Achte auf Dich selbst und lass nicht zu, dass Du Dich wegen Deiner Ex hängen lässt.Du mußt selbst Dein Leben leben und wieder nach vorne schauen.Achte da bitte drauf.

Wer mir da richtig leid tut, ist der Sohn.ADHS ist ein sehr großes Thema mit verschiedenen auswirkungen.Kinder die unter ADHS leiden, die brauchen ein Tagesablauf mit strikten Regeln bzw abläufen und das ohne ausnahme.Ein Leben so wie es Deine Ex scheint zu führen ist Pures Gift für Kinder die unter ADHS leiden.In einigen Fällen muß das Kind sogar Medikamente nehmen, damit die Ausbrüche nicht so stark sind.

Aber auch dem Sohn kannst Du da nicht helfen.Das ist absolut unmöglich.Auch wenn es hart und schmerzhaft für Dich ist, solltest Du mehr auf Dich schauen, damit es Dir gut geht, statt Dich durch den versuchen sie zurück zu gewinnen Dich zu zerstören.Pass da auf Dich auf.



Liebe grüße

3

Sonntag, 24. Oktober 2010, 12:06

Danke für deine Antwort!

Ja, im Grunde sagt mir jeder das Gleiche. Schau nach dir und lass sie los.... Es ist nur so wahnsinnig schwer für mich mit anzusehen wie die Frau die ich mal so geliebt habe dermaßen den Bach runter geht.

Ich kann es einfach nicht verstehen! Wie du sagst, sie hatte eigentlich alles was man sich wünschen kann und will es nicht?! Ich kanns nicht begreifen.

Und ja, der Sohn... Er ist wohl der, der am meisten unter der Situation leidet. Das ist so egoistisch von ihr!! Sie weiß gar nicht was sie ihm damit antut.

Sie war DIE EINE für mich... doch diesen Menschen wird es bald nicht mehr geben... Das Leben ist einfach nicht fair

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