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1

Sonntag, 18. Juli 2010, 20:44

Vom nicht mehr Können.

Liebe Liebeskummerhabende,


vor kurzer Zeit, quasi gestern, habe ich mich von meinem Freund getrennt. Meine Gründe sind vielleicht von vielen, oder den meisten nicht oder nur schwer nach zu vollziehen. Aber das glaubt vielleicht auch jeder von sich. Ich bin mir fast sicher, dass es albern klingt, aber es ist nun mal so. Ich habe mich getrennt, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich liebe ihn, ja!
Aus beruflichen Gründen kann, nein konnte, er immer nur am Wochenende für mich da sein. Dann auch nicht an Jedem. Die Zeit mit ihm war immer sehr schön! Ich habe seine Nähe genossen und seine Gesellschaft geliebt! Mich störte sein Schnarchen nicht, auch nicht das er seiner Mutter nicht ein Stück Kuchen abschlagen konnte. Aber trotz der Telefonate die wir unter der Woche führten, fühlte ich mich stets leer und alleine. Ich habe mich in seiner Abwesenheit viel mit Freunden getroffen, bin meinen Hobbys nachgegangen, kam meistens nicht vor 22 Uhr nach Hause und das nur um die Leere, die mich dort erwartete, zu vermeiden. Auch wenn ich mit meinen Freunden unterwegs oder beim Pferd war, fühlte es sich an als würde ich neben mir stehen. Ich war immer nur mit halber Sache dabei, denn irgendwann kam der Moment das ich an ihn dachte und die Einsamkeit die mich zu Hause erwarten würde.
Ich dachte immer ich würde es schaffen und warten können, aber ich kann einfach nicht mehr. So sehr wie ich ihn liebe, aber mein Leben spielt sich auch unter der Woche ab. Und wie soll ich so weiter machen? Ich weiß er kann nichts dafür, außer das er nicht da ist. Klar, es gibt Telefon und Internet, aber es ersetzt ihn einfach nicht und es war hart einzusehen, dass ich hier entscheiden muss, was für mich das Beste ist. Und jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Er versteht es auch nicht so richtig, er will wissen was er für einen Fehler gemacht hat. Er hat keinen Fehler gemacht. Er ist ein toller Mensch und es hat höllisch weh getan ihm zu sagen das es vorbei ist. Beim Abschied musste ich natürlich heulen. Wir haben uns in den Arm genommen, er weiß das ich ihn liebe und er weiß warum ich das tun musste. Aber verstehen tut er es nicht. Und ich kann nicht glauben, dass ich meinem Kopf und nicht meinem Herzen gefolgt bin. Die nächste Zeit wird sicher hart, denn ich habe nicht nur meinen Freund aufgegeben, sondern mit ihm auch meinen besten Kumpel.

Das ist meine Geschichte und alleine beim Schreiben habe ich mehrere Taschentücher verbraucht... Ich weiß nicht was ich sagen soll.

Gibt es da Draußen außer mir noch jemanden, der aus ähnlichen Motiven seine Beziehung beendet hat? Es würde mir helfen, wenn mir jemand seine Erfahrung mitteilen könnte oder einen Rat für mich hat, daran zu glauben, dass es richtig war. Ich fühle mich wie gelähmt, leer und unfähig mir eine Zukunft ohne ihn vorzustellen. Natürlich muss ich nach vorne sehen, aber wie?

Vielen Dank und herzlichen Gruß
heimatfilm.

2

Sonntag, 18. Juli 2010, 21:05

Hallo Heimatfilm,
ich kann das verstehen. Ich war auch lange mit meinem Freund zusammen und am Anfang unserer Beziehung ist er weg gegangen umzu studieren. Wir haben also eine Fern -Beziehung geführt. Anfangs war das ganz nett aber im Laufe der Zeit ging es mir ähnlich wie dir jetzt. Ich habe ihn vermisst, habe mein eigenes Leben gelebt und konnte ihn trotz ständigem Kontakt nicht vollständig an meinem Leben teilhaben lassen. Egal was man sich erzählt oder schreibt, ein Teil fehlt irgendwie immer. Da fing unsere Beziehung an zu bröckeln. Er hat vieles erlebt, an dem ich nciht teilhaben konnte und umgekehrt genauso. Irgendwann haben wir uns getrennt. Aber unsere Liebe war so innig, dass wir wieder zusammen kamen. Das ging 3 mal so und jeder Bruch hat uns automatisch weiter von einander entfernt, auch wenn wir das Gegenteil wollten. Und heute hat unsere Beziehung diese Brüche nicht überlebt.....................
Ich glaube eine Beziehung in der Ferne ist schwer zu schaffen, da man sein Leben nicht so teilen kann, wie es sein sollte.
Ich weiß nicht ob das hilft, aber ich kann dich verstehen......einen guten Rat gibt es da allerdings nicht.................
entweder hörst du auf dein Herz oder auf deinen Kopf, beides ist richtig oder aber falsch.....................
Ich wünsche Dir trotzdem viel Glück und achte darauf, dass du dich selbst nciht vergisst bei alldem!!!!!!

Teufelchen

unregistriert

3

Sonntag, 18. Juli 2010, 22:42

Hallo Heimatfilm,

eine Trennung ist immer schmerzhaft.Aber Du kannst stolz auf Dich sein.Du hast darauf geachtet, was Dir gut tut und was nicht.Du hast gemerkt, dass diese art Beziehung Dir nicht reicht und hast es beendet.Dazu gehört echt grösse.Hut ab

Ich kann Deine Gründe und empfindungen sehr gut nachvollziehen.Mein Ex Mann war LKW fahrer und auch nur an den We zu Hause.Als ich selbst Berufstätig war hielt sich diese Leere in Grenzen aber als die Kinder kamen, merkte ich, dass ich immer alleine war.Sogar in momenten wo ich ihn dringends gebraucht hätte.

Glaube mir Du hast Dich richtig entschieden.In einer Beziehung gehört so eine Leere nicht hin.Das ist gift.

Ich wünsche Dir alles gute

4

Montag, 19. Juli 2010, 01:07

Hallo Heimatfilm,

Ich muss nicky & Teufelchen vollkommen recht geben. Eine Fern-Beziehung ist nie gut. Auch wenn man sich gegenseitig überalles Liebt, die Leere verdirbt eine Beziehung. Es gibt einen Spruch den ich letztens im Internet gelesen habe. Den werde ich niemals vergessen. "Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt." Vielleicht hilft dir der Spruch um die richtige Lösung für dich & vorallem für euch zu finden.

Ganz liebe grüße Screenie
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.

MsFantasy

unregistriert

5

Montag, 19. Juli 2010, 11:20

Hallo Heimatfilm,

das was du jetzt durchmachst ist nicht leicht. Und es kann eine lange Zeit dauern, bis es vorbeigeht. Vielleicht wirst du dich auch noch viele Monate evt. auch Jahre fragen ob es die richtige Entscheidung war. Wissen tut das niemand. Aber du hattest einen Grund, du musstest dich selbst schützen. Das ist sehr wichtig. Wenn einem die Beziehung mehr Kraft raubt, als sie einem gibt und das über einen längeren Zeitraum, ist es wahrscheinlich an der Zeit "Good Bye" zu sagen. Ist denn gar keine Änderung in Sicht gewesen? So dass es die Chance gegeben hätte, dass ihr euch irgendwann öfter sehen könnt? Ich hatte mal eine Beziehung zu einem Mann der im Ausland gelebt hat. Ich habe ihn sehr geliebt und er mich auch. Der Kontakt war manchmal sehr sperlich und im Herzen war ich nie wirklich frei. Ich musste ständig an ihn denken und wenn wir dann Kontakt hatten, hat es mich extrem runtergezogen und ich konnte mich kaum ablenken. Ich bin krank geworden, konnte nichts mehr essen vor Kummer, habe mich in Arbeit und Party gestürzt um mich irgendwie abzulenken. Ich bin viele Wochen flach gelegen, war körperlich am Ende. Soweit musste es bei mir kommen, bis ich eingesehen habe, dass ich die Sache beenden muss. Das ganze ist nun 2 Jahre her und noch immer versetzt es mir einen heftigen Schlag direkt in die Magengrube wenn er sich mal wieder aus dem "Nichts" heraus meldet. Ich habe ihn seit zwei Jahren nicht gesehen, doch erst seit einem halben Jahr kann ich stolz sagen "ich bin darüber komplett hinweg". Wir hätten ewig so weiter machen können, Monate, Jahre...es hätte mich kaputt gemacht. Diese ewig Sehnsucht, die Leere Zu Hause. Nachts alleine im Bett liegen, den Alltag nicht mit ihm teilen zu können. Auf Dauer kann das gar nicht gut gehen. Ich denke du hast richtig entschieden! Zumindest auf lange Sicht gesehen. Jetzt musst du es nur durchziehen und zu deinen Gefühlen stehen. Akzeptiere dass du ihn liebst und wahrscheinlich auch in den nächsten Wochen und Monaten sich nichts daran ändert. Das hört sich jetzt vielleicht saublöd an, aber irgendwann geht dieses Gefühl vorbei.

Liebe Grüße

6

Montag, 19. Juli 2010, 18:29

Danke an alle die mir geantwortet haben.

Der erste Tag auf Arbeit heute war hart. Nach außen hin heile Welt spielen strengt unglaublich an. Bei Sätzen wie "Hey, wie war Dein Wochenende?" oder "Und? Habt Ihr was Schönes unternommen?" dreht sich mir der Magen. Heute war ich einfach noch nicht in der Lage zu erzählen, dass es seit Samstag vorüber ist. Jetzt bin ich zu Hause und ich muss gestehen, dass ich die Nacht sein Hemd zum Einschlafen genommen habe. Ich wollte einfach noch mal mit seinem Geruch einschlafen. Außerdem hatte er als letztes eine neue CD eingelegt, auch die habe ich zum Schlafengehen angemacht. Das klingt bestimmt schon wieder albern.
Ich glaube das Schwierigste wird tatsächlich sein durchzuhalten. Nicht nachzugeben. Nicht aufzugeben. Ich komme mir selber so egoistisch vor und ich habe es hundert Mal hin und her gedreht. Es gibt einfach keine brauchbare Lösung. Er selbst hat gesagt, dass er sich um 180°C drehen müsste und wollte, dass er sich wieder mehr um mich kümmern wollte. Das hat wundervoll geklungen, aber mir war gleichzeitig klar, dass er deswegen trotzdem nicht da sein könnte um mich in den Arm zu nehmen, um mit mir zu reden oder mich zu fragen, ob er mir etwas aus der Küche mitbringen könne.

Ich glaube ihr habt alle miteinander recht, dass ich auf mich achten muss. Ich habe vor durch zu halten und mich nicht dafür zu hassen, aber es ist schwer. Ich werde die Zeit mit ihm wahnsinnig vermissen und vielleicht kann ich auch irgendwann auf eine Freundschaft hoffen. Es war so schön zu sehen wie er sich mit meinem Dad verstanden hat. Er war vollkommen akzeptiert und immer ein gern gesehener Gast. Die beiden zusammen hätte ich alleine Bier trinken gehen lassen können und sie wären als Kumpels wieder gekommen...

@ teufelchen: Wie hast du das gemacht? Zumal mit Kindern? Wie lange hast du gebraucht um zu erkennen, dass es so nicht weitergehen kann? Wie hat er reagiert? Wie bist du darüber hinweg gekommen?

Im Moment kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich in Zukunft oder irgendwann wieder mit jemandem zusammen sein kann. Es käme mir so falsch vor, weil ich am liebsten alles mit ihm erleben und besprechen würde. Gerne würde ich ihn anrufen und von meinem Tag heute erzählen. Ihn fragen, wie es ihm geht. Wie sein Arztbesuch war, von dem er vorher noch erzählt hatte.

@ MsFantasy: Mit einem Mann im Ausland stelle ich es mir noch schwerer vor! Man geht echt durch die Hölle, wenn man mal etwas nicht von ihm hört. Bei uns war der Kontakt, was das anging (auch wenn er nicht im Ausland war, sondern 550 km entfernt) gut. Auf Anrufe oder Nachrichten hat er eigentlich immer reagiert. Manchmal zeitverzögert und das war immer das Schlimmste. Aber es gab nie einen Tag wo er mal aus Trotz nicht ans Telefon gegangen ist, auch wenn wir Diskrepanzen hatten.

@ Screenie: Vielen Dank! Der Spruch ist wirklich schön, aber ich glaube er ist bei mir andersherum. Und ich hätte mir auch nie zugetraut, einmal meinem Kopf mehr zu vertrauen als meinem Herzen. In einem Liedtext steht:

Und man träumt, und man träumt
Zu oft nur so vor sich hin
Und versäumt, und versäumt
Die Konsequenzen zu ziehen
Doch die Zeit, sie verrinnt und
Ein neuer Abschnitt beginnt
und ich versuche mir das als Vorbild zu nehmen. Mir damit Mut zu machen, aber wie alle muss ich wahrscheinlich erstmal einen Schritt nach dem Nächsten tun. Mein Ziel heute war die Arbeit zu überstehen, nachher ist es die Nacht zu überstehen. Ich traue mich auch noch nicht, mich mit Freunden zu treffen, denn sie würden unweiglich fragen, wie es ihm geht. Ich könnte noch nicht erzählen wie es zu der Trennung gekommen ist, die ich eigentlich selber nicht wollte.

Dankbare Grüße
heimatfilm.

Teufelchen

unregistriert

7

Dienstag, 20. Juli 2010, 09:57

Weisst Du ich war in den ersten Monaten damit sehr beschäftigt eine neue Wohnung zu finden und die schön einzurichten.Dann Job suchen und geeigneten Kindergartenplatz.Da war ich gut beschäftigt.Ich hatte schon in meiner Ehe abgeschlossen.Deshalb viel ich nicht in ein so tiefes loch.

Weisst Du so wie Du von dir schreibst, denke ich, dass Du eine starke Persönlichkeit bist und dementsprechend die Trennung gut verarbeiten wirst.Du hast richtig gehandelt und das mußt Du Dir auch immer vor Augen halten.Versuche Dich abzulenken.Geh shoppen, geh aus.Verabrede Dich mit Freunden.Das ist das beste heilmittel.Sicher muß man sich selbst dafür im hintern treten um hoch zu kommen, aber ich denke Du schaffst das ;)

Liebe Grüße

8

Dienstag, 20. Juli 2010, 17:53

Hey Teufelchen,

das klingt toll, ist aber alles nicht so einfach. Wir sind gerade erst Mitte Juni, also vor gut einem Monat hier in die neue Wohnung umgezogen. Ich hoffe hier auf einen Studienplatz. Ich weiß ehrlich gesagt jetzt nicht wie ich das finanziell packen soll. Er hat auch gesagt, er lässt mich nicht hängen und wird mich unterstützen, aber ich kann wohl kaum verlangen, mal absehen davon das ich es nicht, dass er 3 Jahre lang die halbe Miete mitbezahlt. Wenn aus dem Studium nichts wird, werde ich wieder zurück ziehen. Es ist einfach noch so viel unklar und das macht mir Angst.

Eine starke Persönlichkeit, ja, dass unterstellt mir jeder, aber ich fühle mich nicht so. Mit Freunden verabreden... ich bin noch nicht so weit über die Trennung und das warum zu reden (sonst wäre ich auch nicht hier gelandet) und sie würden unweigerlich irgendwann fragen wie es ihm geht. Die Woche habe ich mir für mich frei gehalten. Und ganz richtig, ich kriegen den Hintern nicht hoch. Ich bin in eine neue Umgebung gezogen, ich kenne hier Nichts und Niemanden und schaffe es einfach nicht, meine Schuhe anzuziehen und los zu laufen. Ich wollte die Stadt mit ihm erkunden. Hallo Selbstmitleid, tolle starke Persönlichkeit.

Heute kam ein Brief für ihn an, dass war ein komischen Gefühl. Ich weiß ja, er wohnt hier, aber diesmal war es irgendwie befremdlich. Übrigens, den Kuchen von seiner Mum, von dem ich gestern geschrieben habe, den habe ich ihm jetzt ist Tiefkühlfach gelegt. Auch albern, oder?

Vielen Dank trotzdem für deine lieben Tipps, noch ein bisschen Zeit und ich werde sie mal ausprobieren.

Herzliche Grüße
heimatfilm.

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