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Donnerstag, 3. Juni 2010, 12:50

20 Jahre und ich hab ihn verloren..

Hallo,

ich möchte versuchen, auf diesem Weg meinen Schmerz zum Ausdruck zu bringen. Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und hoffe, dass ich hier ein wenig Hilfe erhalte, damit ich nicht komplett den Boden unter meinen Füßen verliere. Obwohl ich im Moment keinen Boden mehr spüre.

Ich bin 49 Jahre und er ist 52 Jahre alt und wir führen seit 1993 eine Wochenendbeziehung. Seit 08.05.2010 bin ich nun nach 20 Jahren wieder alleine und in meinem Kopf dreht sich alles. Morgens beim Kaffe hat er mir eröffnet, dass es besser ist, wenn wir uns trennen. Erst dachte ich, es ist wieder mal so ein Anflug der sich wieder legt, wie schon so oft in den letzten Monaten, aber diesmal war es ihm ernst. Ich saß da, Pblickte ihn an und sah, dass es nun keinen Weg mehr zurück gab. Mein Kopf sagte mir: OK - bevor wir uns beide zerfleischen, aber mein Herz ist in diesem Moment zerbrochen. Ich fühlte gar nichts mehr, war wie tot. Wie ferngesteuert habe ich mein Drumherum wahrgenommen und war gleichzeitig wie gelähmt. Irgendwie sind wir in unserer Beziehung in den letzten 9 Jahren immer weiter auseinandergetrifftet. Nur hatte ich immer die Hoffnung, dass wir es wieder schaffen würden, wie so vielen in unserem gemeinsamen Leben. Zu Beginn unserer Partnerschaft haben wir sehr für unsere Liebe kämpfen müssen und das hat uns zusammen geschweißt. Ich dachte immer, es kann uns nichts und niemand was anhaben.

Nun, nach 20 Jahren sammelt sich einiges an und da wir eine Wochenendbeziehung geführt haben, bat er mich, dass ich ihm Zeit gebe, bis er eine passende Wohnung gefunden hat. Er hat zwar eine kleine Wohnhung an seinem Arbeitsplatz (300 km), aber unser gemeinsames Zuhause haben wir uns bei mir aufgebaut. Er hat aus erster Ehe 2 Kinder und ich 3 Kinder. Wir waren uns einig, dass wir erst mal keinen Trauschein brauchen um glücklich zu sein, gaben uns aber damals das Versprechen, dass wir an seinem 60. Geburtstag heiraten wollten. Und nun ist mein ganzes Leben einfach mal so auf den Kopf gestellt worden. Nichts mehr stimmt und ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Ich habe einen so großen Mühlstein im Bauch, der anscheinend Tag und Nacht nur große Steine in meinem Bauch zermahlt. Diese Schmerzen sind kaum auszuhalten und ich möchte nur noch, dass diese Schmerzen aufhören. Ich möchte schreien und ich kann es nicht. Es kommt kein Ton raus. Wie ein Korsett, dass mich einzwängt. Ich möchte weinen und ich kann nicht. Ich habe Angst, wenn er wieder kommt und dann nach und nach seine Sachen mitnimmt. Die Hoffnung, dass er sich besinnt und endlich wahrnimmt, was er wegwirft, dass ihm dies endlich bewusst wird, ist immer noch da bei mir. Aber er sagte, dass er im Herbst schon im Herzen abgeschlossen hat. Wieso hat er dann so lange gewartet? Wir haben beide keinen anderen Partner. Es hat sich aus seiner Sicht alles tot gelaufen. Klar waren wir in den letzten beiden Jahren nicht mehr glücklich, aber ich dachte immer wir könnten es schaffen.

Wir haben uns geeinigt, dass wir in unserem weiteren Leben weiterhin freundschaftlich miteinander umgehen wollen. Ist auch mein Wunsch, denn beide hatten nach unseren beiden Ehen vorher das Gegenteil. Nur es fällt mir so verdammt schwer, denn ich liebe ihn immer noch und es frisst mich auf. Ich möchte keinen Hass empfinden, denn Hass frisst mich noch mehr auf.

Ich gehe gerade durch die Hölle aller Gefühle und es war noch nie so schlimm wie jetzt.

Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

2

Donnerstag, 3. Juni 2010, 13:20

Hallo Marlene,

willkommen im forum auch wenn Du sicher lieber nicht hier wärst.

Das ist leider die typische Geschichte die man hier immer und immer wieder liest.

Da sind die üblichen Alltagssorgen, der eingefahrene Weg, eben der ganz normale Alltag mit all seinen Widrigkeiten.
Und irgendwann reift in einem der Gedanke, das könne doch nicht alles gewesen sein. Und bei dem beginnt dann im Kopf die Trennung.

Das spürst Du kaum. Der Partner beobachtet Dich über einen längeren Zeitraum. Aber eben nicht neutral, mit Liebe in den Augen, sondern kritisch.
Und jeder Fehler landet im Kopf auf seiner Liste. Das Positive wird gar nicht mehr wahr genommen .Ab diesem Monment hast Du verloren.

Eigentlich müsste er das in diesem Alter wissen. Du bist ja bestimmt nicht seine erste langjährige Beziehung. Und klar kommt nach so vielen Jahren nicht mehr das Kribbeln im Bauch wie am Anfang. Dafür hat das In.- und Auswendigkennen des Partners aber auch viele Vorteile.
Man muss sich nicht mehr verstellen, weiß wie der Partner tickt, kennt seine Macken.

Wie alt sind Deine Kinder?

Das Du durch die Hölle gehst ist verständlich. Hier hilft nur reden, reden, reden. Mit Feunden oder hier im forum.

3

Donnerstag, 3. Juni 2010, 13:34

Hallo Jürgen,

danke für Deine Antwort. Genau so ist es.............

Die "Liste" war mir so gar nicht bewußt. Ich glaube ich hatte auch eine "Liste", aber die war bei weitem noch nicht so lange, dass es für ein ENDE reicht.

Meine Kinder sind 32, 29 und 26 Jahre alt und haben ihr eigenes Leben. Freilich sind sie für mich da, aber ich will sie nicht dauernd und zu den unmöglichsten Zeiten belasten.

Er sagte mir noch, dass mich meine Familie schon auffangen wird. Ich habe ja wenigstens eine. Was ist denn das für eine Aussage, dachte ich mir. Als ob deswegen meine Gefühle leichter zu ertragen sind. Sind sie nicht.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

4

Donnerstag, 3. Juni 2010, 13:43

Die "Liste" war mir so gar nicht bewußt. Ich glaube ich hatte auch eine "Liste", aber die war bei weitem noch nicht so lange, dass es für ein ENDE reicht.
Das kommt mir sehr bekannt vor aus eigener Erfahrung.

Meine Kinder sind 32, 29 und 26 Jahre alt und haben ihr eigenes Leben. Freilich sind sie für mich da, aber ich will sie nicht dauernd und zu den unmöglichsten Zeiten belasten.
Nun hör mir mal zu. Meine Tochter ist 23 und die fängt mich sehr gut auf. Erwachsene Kinder sind ja irgendwann nicht mehr nur die Kinder, sondern auch Freunde. Und die können viel für Dich tun. Du musst es ihnen nur erlauben zu helfen.

Er sagte mir noch, dass mich meine Familie schon auffangen wird. Ich habe ja wenigstens eine. Was ist denn das für eine Aussage, dachte ich mir. Als ob deswegen meine Gefühle leichter zu ertragen sind. Sind sie nicht.
Nein, sind sie auch nicht. Der weg den du jetzt beschreiten musst ist lange und schmerzvoll. Das wissen sehr viele hier. Lies Dir meine Geschichte oder gar die von draco durch. Dann siehst Du, Du bist nicht alleine mit Deinem Schmerz.
Irgendwann wird dieser Mann vielleicht spüren das sein jetziges Handeln ein grosser Fehler war. Nur bis er das begreift wird es zu spät sein.

5

Donnerstag, 3. Juni 2010, 13:51

Hallo Jürgen,

es war Deine Geschichte, die mir den Mut gab, hier über mein Gefühlsleben sprechen zu wollen, weil ich selber nicht mehr weiter weiß. Ich habe mir dein auf und ab, dein hin und her sehr genau durchgelesen und ich konnte sehr viele Gemeinsamkeiten entdecken.

Und somit hoffe ich, dass es mir irgendwann wieder mal besser gehen wird. Hat ja über die vielen Monate bei Dir auch geklappt. Mehr oder Weniger natürlich, nur hoffe ich, dass man nach so langer Zeit wieder einigermaßen den Boden unter den Füßen wieder spürt und nach vorne blicken kann.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

6

Donnerstag, 3. Juni 2010, 14:00

Hallo Marlene,

klar kommt irgendwann der Tag an dem Du wieder nach vorne schauen wirst. Jetzt ist die harte Zeit da, sei Dir dessen bewusst und stell Dich Deinen Gefühlen. Weine wenn Du weinen möchtest. Und rede, rede, rede.

Ohne dieses forum wäre ich ganz jämmerlich eingegangen. Für mich war und ist auch heute noch Engelchen ( früher lefay ) da. Sie hat mir, auch wenn das bescheuert klingt, das Leben gerettet. Heute verbindet mich mit ihr sehr sehr viel.

Du brauchst jemanden zum reden. Das ist der wichtigste Ansatz um die kommende Zeit zu überstehen.

7

Donnerstag, 3. Juni 2010, 14:14

Hallo Jürgen,

ja es wäre gut wenn ich weinen könnte. Es ist mir oft danach, aber es geht nicht. Ich bin wie gelähmt und ich spüre diesen dicken Kloß im Hals, nur es darf oder kann nicht raus. Meine Gedanken kreisen und ich war schon manchmal der Gefahr ausgesetzt, was wäre wenn.............

Dann denke ich wieder: Nein, keinen Himmel mehr sehen, keine Musik mehr hören, kein Cabrio mehr fahren, meine Kinder usw......

Es hat nur einen Vorteil, sein Leben zu beenden: Die Schmerzen hören schlagartig auf.

Jetzt ist es doch soweit, die Tränen kullern... leise und verzweifelt.

Ich finde es schön, dass Du hier Menschen gefunden hast, die mit Dir durch dieses tiefe Tal der Tränen und der Verzweiflung gegangen sind. Vorallem engelchen. An dieser Stelle liebe Grüße an engelchen. In meiner Verzweiflung war dies nun auch mein Entschluß zu versuchen, mich hier zu öffnen und mich mit Eurer Hilfe diese schwere Zeit einigermaßen zu überstehen.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

8

Donnerstag, 3. Juni 2010, 17:07

Wenn die Tränen fliessen ist das der erste kleine Schritt in Richtung Verarbeitung des Ganzen.

Und keine dunklen Gedanken mehr. Du hast Kinder die zwar längst erwachsen sind aber ihre Mutter lieben. Denk daran.

Und noch was. Cabrio fahren hilft ungemein!! Am we wird das wetter schön. Freu Dich darauf.

9

Donnerstag, 3. Juni 2010, 17:27

Hallo Jürgen,

hast ja Recht. Wenn nur diese Gedanken, die bei allem Gegenwärtig sind nachlassen würden. Dieses flaue Gefühl in der Magengegend. Sobald ich aufwache, beim Zähneputzen - allein beim Kaffee sitzen, zur Arbeit, versuchen, den Tag zu überstehen und nach Hause und es dreht sich der Magen um.... In die Glotze schauen ohne das ich mitbekomme was läuft. Einschlafen irgendwann nachts auf der Couch. Das Gefühl der Einsamkeit und des Verlassenseins - und es dreht sich und dreht sich. Nur leider kann ich die Zeit nicht zurückdrehen. Ich würde einiges anders machen. Du weißt schon, die Negativliste......

Hast mir ein wenig die Augen geöffnet, aber leider bin ich zu spät aufgewacht und habe die Alarmglocken nicht gehört.

Sich zu konzetrieren fällt mir nicht nur schwer, ich kann es im Moment nicht. Ich muss meine ganze Kraft aufwenden, um wenigsten in der Arbeit noch einigermaßen zu funktionieren.

Er wollte nicht, dass unser Umfeld von unserer Trennung erfährt, weil er keinen zusätzlichen Stress brauchen kann. 14 Tage nach unserer Trennung habe ich es dann wenigstens meinen Kindern und meiner Familie erzählt, bevor ich noch verrückt werde.

Nun ertappe ich mich, wenn ich weggehe und die Frage kommt: Wo mein Mann den ist, dass ich sage: nicht da.!? Ist ja bei uns auch nicht ungewöhnlich gewesen, da er viel unterwegs ist. Aber irgendwann ist er dann komplett aus meinem Leben verschwunden und vor diesem Gedanken graut mir ganz fürchterlich.

So und heute Abend sind wir auch noch bei einem befreundetem Ehepaar zum Geburtstag eingeladen und ich werde alleine hingehen - er sitzt ja 300 km weiter weg. Und alles ist wie immer und doch nicht.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

10

Donnerstag, 3. Juni 2010, 20:38

Hallo Jürgen,

hast ja Recht. Wenn nur diese Gedanken, die bei allem Gegenwärtig sind nachlassen würden. Dieses flaue Gefühl in der Magengegend. Sobald ich aufwache, beim Zähneputzen - allein beim Kaffee sitzen, zur Arbeit, versuchen, den Tag zu überstehen und nach Hause und es dreht sich der Magen um.... In die Glotze schauen ohne das ich mitbekomme was läuft. Einschlafen irgendwann nachts auf der Couch. Das Gefühl der Einsamkeit und des Verlassenseins - und es dreht sich und dreht sich. Nur leider kann ich die Zeit nicht zurückdrehen. Ich würde einiges anders machen. Du weißt schon, die Negativliste......
Das flaue Gefühl wird dich leider noch lange begleiten. Ich würde dir gerne etwas anderes sagen, aber es ist so. Richte Dich darauf ein.
Und auch die anderen dinge gehören dazu und haben hier die Meisten 1:1 erlebt.

Und versuch jetzt bloss nicht die Schuld bei Dir zu suchen. Auch etwas das häufig passiert. Zu einer Trennung gehören fast immer zwei !!
Du bist mit seinen Makeln klar gekommen. Kein Grund für Dich sich von ihm zu trennen. Er nicht. Ob er eine bessere findet wird sich heraus stellen. Aber bis dahin ist er dir egal.

Hast mir ein wenig die Augen geöffnet, aber leider bin ich zu spät aufgewacht und habe die Alarmglocken nicht gehört.
Auch das ist leider normal. In der Firma würde man das Betriebsblindheit nennen.

Sich zu konzetrieren fällt mir nicht nur schwer, ich kann es im Moment nicht. Ich muss meine ganze Kraft aufwenden, um wenigsten in der Arbeit noch einigermaßen zu funktionieren.
Das solltest Du. Sonst werden die Probleme nur grösser.

Er wollte nicht, dass unser Umfeld von unserer Trennung erfährt, weil er keinen zusätzlichen Stress brauchen kann. 14 Tage nach unserer Trennung habe ich es dann wenigstens meinen Kindern und meiner Familie erzählt, bevor ich noch verrückt werde.
ER KONNTE KEINEN ZUSÄTZLICHEN STRESS BRAUCHEN ? Hallo? Sich erst davon machen und dann auch noch feige?

Nun ertappe ich mich, wenn ich weggehe und die Frage kommt: Wo mein Mann den ist, dass ich sage: nicht da.!? Ist ja bei uns auch nicht ungewöhnlich gewesen, da er viel unterwegs ist. Aber irgendwann ist er dann komplett aus meinem Leben verschwunden und vor diesem Gedanken graut mir ganz fürchterlich.
Steh dazu das ihr euch getrennt habt. Mit Vertrauten darüber sprechen. Du musst es ja verarbeiten können.

11

Freitag, 4. Juni 2010, 00:21

Hallo Jürgen,

das schlimme ist, dass wir uns nach wie vor mit einem Bussi begrüßen und verabschieden. Ich mach das gerne, denn ich hoffe jedes mal, dass ich nur einen bösen Traum träume und bald aufwache. Bis auf dass wir unsere mehrmals täglichen Telefonate eingestellt haben und jeder so ein wenig seinen eigenen Dingen nachgeht, ist eigentlich fast alles beim alten. Einzig, dass ich nicht mehr im gemeinsamen Bett schlafe. Das habe ich nach der Trennung noch 2x gemacht, aber sehr schnell gemerkt, dass mir das gar nicht gut tut. Ihn hat es nicht gestört, ob ich im gemeinsamen Bett schlafe oder nicht. Ich habe ihn gebeten, mich in den Arm zu nehmen - ich habe es nicht mehr ausgehalten - er hat es zugelassen. Aber mit einer Kälte, die ich so bei ihm nie wirklich gespürt habe. Wieder ein Aufwachen mehr für mich. Ich will ja nur verstehen können, wo seine Liebe hin ist. Er sagt nur er empfindet nichts mehr, will aber gleichzeitig losen Kontakt haben und auch in Freundschaft immer für mich da sein. Wenn ich ihn schon nicht mehr als Partner an meiner Seite habe, dann wünschte ich mir schon, dass es dann wenigstens so sein kann. Nur kann ich es mir nicht vorstellen, wie das gehen soll. Vorallem weil es mir so weh tut, ihn zu sehen und ihn nicht mehr lieben zu dürfen. Zeig mir doch bitte den Schalter in meinem Herzen, der dem Schmerz ein Ende setzt.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

Engelchen;-)

unregistriert

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Freitag, 4. Juni 2010, 08:06

Hallo Marlene,

der Weg von einer Partnerschaft in eine Freundschaft ist mitunter ein steiniger Weg der eine gleiche Gefühlsebene voraussetzt. Dies ist bei Euch nicht gegeben. Durch diesen losen Kontakt machst Du ihm lediglich den Absprung leichter..

Tip???

KEIN loser Kontakt...

Er darf dich nicht mehr riechen, hören, berühren etc.... vorläufig!

So hast Du die Chance dich mit deiner neuen Situation anzufreunden, den Fokus auf Dich zu lenken...

UND so und auch nur so hast Du die Möglichkeit, das er Dich vermisst..... das Gefühle wieder durchbrechen...

Du sollst nicht böse zu ihm sein, aber zeige ihm ruhig mal die kalte Schulter.......

13

Freitag, 4. Juni 2010, 09:27

Guten Morgen Engelchen,



ich werd´s versuchen. Nur ist mir dieser letzte Rest an Zärtlichkeit geblieben und es wird verdammt schwer für mich. Ich dachte immer, in meinem Alter kann Liebeskummer nicht mehr so schlimm sein - dass es mich derart aus der Gefühlsbahn wirft, hätte ich nie für möglich gehalten.



Jürgen hat Recht, dass Wetter ist endlich schön, es scheint die Sonne und ich werde heute nut Cabrio fahren. Egal wieviele Kilometer - um wenigstens für eine kurze Zeit an was anderes zu denken.



Liebe Grüße und vielen Dank für Deine Unterstützung.



Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

14

Freitag, 4. Juni 2010, 22:35

Hallo Jürgen, hallo Engelchen,

hab Jürgens Tip befolgt und hab mich heute ausgeklinkt, war ja niemand da, auf den ich hätte Rücksicht nehmen müssen. Heißt. ich war alleine. Bin Cabrio gefahren und hab versucht mal abzuschalten. Ist zwar nicht wirklich gelungen, aber ich hab das erste mal nach fast 4 Wochen wieder Leben in mir gespürt, so nach dem Motto: "Hurra wir leben noch". Gleichzeitig hab ich mit meiner ältersten Tóchter ein sehr aufbauendes Gespräch geführt. Nun nochmals meinen Dank an Jürgen. Deine Ansage bezüglich meiner Kinder hat meinen Kopf schon wieder in die richtigen Bahnen gelenkt. Sie empfindet es nicht als Belastung, wenn ihre Mama sie auch mal braucht.

Leider ist das ungute Gefühl in meiner Magendgegend nach wie vor da, aber für heute ist es nicht mehr ganz so schwerr. Wie ich dass Ganze ertragen werde oder kann wenn er dann endgültig auszieht weiß ich nicht. Davo,r glaube ich, habe ich die meiste Angst.

Es ist fast schon unglaublich, wie viele Schmerzen ein Mensch aushalten kann. Und vorallem wo ist die persönliche Grenze?! Ich hoffe inständig, dass ich es aushalten kann. Aber es war für mich in meiner momentanen Situation ein Tag mit der Hoffnung, dass es da auch noch was anderes gibt, als nur die Gedanken kreisen zu lassen. Es hat mich zwar sehr viel Kraft gekostet, um mit meinen Gedanken auf der Straße zu bleiben, aber irgendwie ging´s schon.

Nun, morgen kommt er wieder und ich bin auf mich gespannt, wie ich es ertragen kann.

Und Engelchen, ich habe mir ganz fest vorgenommen, Deinen Tip zu befolgen und den Austausch von den "obligatorischen Zärtlichekeiten" sein zu lassen.

Liebe Grüße an Euch beide, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

Engelchen;-)

unregistriert

15

Freitag, 4. Juni 2010, 22:44

Hallo Marlene,

ich bin ein Mensch wenn mich etwas beschäftigt, dann hilft mir Autofahren ungemein. Schön laute Musik und einfach fahren fahren fahren... Ist mir auch schon mal passiert, das ich auf die A4 gefahren bin und dann an einem See in Mecklenburg ca 280km entfernt spazieren war... ;-)

Weisst Du deine Grenze sollte da sein: Wer dich nicht will, den willst Du auch nicht. Leicht gesagt und gar nicht so schwer getan... Und angemessen zu trauern ist natürlich und menschlich. Lass Dir Zeit und hab Geduld mit Dir. Das wird...

Wenn Du weiterhin mit ihm diesen schwammigen Kontakt hälst erleichterst du ihm den Absprung, für dich ist es Gift

Ich hoffe du kannst gut schlafen...

juergen

unregistriert

16

Freitag, 4. Juni 2010, 22:59

Hallo Marlene,

ein Mensch kann sehr viel Schmerz ertragen. Glaub mir das mal.

Freu mich das Dich Deine Tochter mit offenen Armen empfangen hat. Du wirst sehen es, dieses Ereignis schweisst euch noch mehr zusammen.
War bei mir und meiner Tochter definitiv so.

Und noch ein Tip: Dreh Dich mal um. Schau hinter Dich wie vielen Menschen es schlechter geht.Das hilft auch ungemein. Schreib dir mal auf was positiv in Deinem Leben ist. Du fährst ein Cabrio, kannst durch die Gegend gurken ohne Dir Gedanken ums Geld machen zu müssen, Du bist gesund. Und hast wunderbare Kinder. Du hast was erreicht in Deinem Leben. Sei stolz darauf.

So, jetzt muss ich "Engelchen" ins Bett bringen. Die quengelt schon wieder :rtfm: .

Ich wünsche Dir ein schönes, sonniges we. Geniess dein Cabrio. Das Wetter wird traumhaft. :applaus:

17

Freitag, 4. Juni 2010, 23:09

WOW

der Kopf weiß es - aber mein Herz sagt leider noch ganz was anderes.
Aber Du hast Recht: Fahren, fahren, fahren und die Musik nicht vergessen.
Aber was mach ich denn, wen es nicht von mir ausgeht und er mir das "obligatorische Bussi" aufdrückt???? Soll mir dann das nicht auch was sagen. ich weiß schon diese Sch.... Hoffnung!!!!

Das Gift hab ich verstanden, weil ich heute gespürt habe, dass es mir besser geht, wenn er nicht da ist. Irgendwie ist alles in der Schwebe. Und das allerschlimmste für mich ist, dass ich damit nicht klar komme. Eigentlich bin immer ich diejenige, die für andere einen Rat weiß. Ich fühle mich komplett ausgehebelt. Wie ein knock out.

Und Geduld ist bei mir was, an der ich erst mal arbeiten muss. Er konnte immer (sinnbildlich) die Hände in den Schoß legen, während ich alles erledigt habe...... tja, so war es halt.

Schlafen kann ich irgendwann auch - wenn ich dann so müde bin, dass der Körper sagt: ich will nicht mehr.

Liebe Grüße, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

18

Freitag, 4. Juni 2010, 23:19

Hallo Jürgen,

ja ja, richte mir meinen Kopf nur dahin, wo er hingehört.

Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft Du das getan hast seit gestern oder war es vorgestern......

Es ist mir mehr als bewußt geworden, seit ich in diesem Forum bin, dass es hier Menschen gibt, denen es noch viel schlechter geht als miir. Und ich versuche wirklich mir allen möglichen Hilfsmitteln und Werkzeugen, die hier als Ratschläge oder Tips durchs Forum rauschen, mir alles an Positiven rauszuziehen. Nur ist leider der Punkt noch nicht da und Du hast mir immer noch nicht den OFF Schalter :D gezeigt. Ich werd mir jetzt erstmal ein Glas Wein einschenken und über mich und mein Leben nachdenken......

Engelchen und Jürgen ich wünsch Euch beiden eine gute Nacht. Schön, dass ich Euch kennenlernen durfte.
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

juergen

unregistriert

19

Samstag, 5. Juni 2010, 07:01

Guten Morgen Marlene,

ich kann nur zu gut nachempfinden wie es Dir geht. Den "off-schalter" kann ich Dir leider nicht zeigen, den findet irgendwann Dein Kopf von ganz alleine. Aber gib Dich nicht der Illusion hin es könnte jetzt schon so weit sein. Das dauert. Aber das ist auch vollkommen normal.

Du hast in einer in Deinen Augen vollkommen intakten Beziehung gelebt, mit all ihren Höhen und Tiefen. Und dann entdeckt ausgerechnet der geliebte Partner diesen Schalter und drückt ihn. Du hättest Deinen Partner nie geliebt wenn Du diesen Schalter auch sofort vor Augen hättest und ihn drücken könntest. Das geht seine Zeit, bei manchen dauert es Jahre, wenige finden ihn nie.

Mach Dich auf die Suche nach dem Schalter. Wie? Am besten keinen Kontakt mehr. Schon gar keinen Körperkontakt. Keinen Kuss, keine Umarmung, nichts mehr. Sogar den Sichtkontakt vermeiden. Geh ihm aus dem Weg soweit möglich.
Und lenke Dich ab. Deine Kinder und Freunde sind da eine wichtige Stütze. Ich habe meine Tochter und meinen besten Freund in dieser Zeit mehr um mich gehabt als je zuvor. Und habe mich nicht geschämt. Es ging mir schlecht und sie waren für mich da. Würde ich doch umgekehrt genauso tun.
Tu Dir was gutes, mach Ausfahrten mit Deinem Auto ( vielleicht zusammen mit einer Freundin ), wellness, Spaziergänge, konzentriere Dich auf Deine Arbeit.

Und finde Dich mit dem Schmerz ab. Er gehört dazu wenn eine Beziehung endet wie die schönen Schmetterlinge im Bauch wenn eine neue Beziehung beginnt. Und schreib, und schreib, und schreib. Es hilft.

20

Samstag, 5. Juni 2010, 09:39

Guten Morgen Jürgen,



danke für Deine Antwort. Bist ja schon ziemlich fit am frühen Morgen ^^ .



Eigentlich kann ich es nachvollziehen, wie es ist mit dem OFF Schalter. Ging mir vor 21 Jahren so, als meine Ehe schleichend in die Brüche ging. Da war es bei mir innerlich auch schon vorbei und mein Ex Mann stand so da wie ich heute, Da habe ich dann auch einen Schlußstrich gezogen - ohne Gefühle von Hass und Liebe. Er hat geklmmert ohne Ende, obwohl er über 7 Jahre eine andere hatte. Wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Hat er mir aber noch schnell reingedrückt. Es hat mich aber in keinster Weise verletzt.



Nun ist es umgekehrt mit den Gefühlen, die so übermächtig sind, als ob mir das Schicksal was zurück zahlen möchte!?



In Gedanken gehe ich laufend meine "Negativliste" durch und hoffe was zu finden, was es mir leichter macht, um es wenigstens verstehen zu können. Diese blöden Warum?, Wieso?, Weshalb? Fragen. Ein wenig Wut wäre nicht schlecht - aber dieses Gefühl ist nicht da. Es ist anders als bei meinem ExEx. Es bleiben nur die schönen Gedanken - die schlechten sind ausgeblendet. Vielleicht, weil sie für mich noch nicht so übermächtig waren.



Nun ist wieder ein neuer Tag. Tag 29 nach dem "Supergau". Und ich leide wie ein Hund........... :wacko:



Liebe Grüße und bis bald, Marlene
Omnia vincit amor. Die Liebe besiegt alles!

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